Wahlen 2020

Die Alternative für Deutschland (AfD) trat im Jahr 2020 bei folgenden Wahlen an (absteigende Reihenfolge. Ggf. fehlen einige kommunale Wahlen):

  • Kommunalwahlen in Bayern 2020 am 15. März 2020: Kommunalwahlen im Schatten der Corona-Krise. Die vorausgegangenen bayrischen Kommunalwahlen, am 16. März 2014, waren die ersten Wahlen überhaupt, bei welchen die AfD gewählte Abgeordnete erhielt (insgesamt 11, in den Städten Augsburg, München und Forchheim, der Gemeinde Vaterstetten und dem Landkreis Ebersberg). In den betreffenden Orten und Kreisen legte die AfD 2020 fast überall zu, speziell in Augsburg von 5,9% auf 6,6%, und in München von 2,5 auf 3,9% (die Ausnahme war die Gemeinde Vaterstetten, hier trat die AfD 2014 allerdings im Bündnis mit einer Wählervereinigung an). Darüber hinaus trat die AfD vielerorts erstmals an, z.B. Nürnberg 5,7%, so dass sich der Anteil der AfD speziell bei Kreistagswahlen sowie Wahlen in kreisfreien Städten von 0,3% 2014 auf 4,7% 2020 erhöhte. Die AfD stellte auch Kandidaten zu Bürgermeister- und Landratswahlen, hier konnten jedoch keine bemerkenswerten Erfolge erzielt werden.
  • Bürgerschaftswahl in Hamburg am 23. Februar 2020: Erstmals in ihrer Geschichte verlor die AfD leicht (Kommunalwahlen nicht berücksichtigt): 5,3% statt 6,1% im Jahr 2015, also -0,8 Prozentpunkte und 1 Sitz weniger (7 statt 8). In absoluten Zahlen 237 Stimmen weniger (in Hamburg kann jeder Wähler bis zu 5 Kreuze bei den Landeslisten machen. Wenn man die prozentualen Stimmanteile der AfD 2020 und 2015 mit der Anzahl abgegebener gültiger Stimmzettel (2020: 819.401, 2015: 712.903) multipliziert, kommt man auf 43.428 bzw. 43.487 AfD-Wähler, d.h. 2020 waren es geschätzt 59 AfD-Wähler weniger als 2015). Hamburg war die achte Wahl, bei welcher die AfD zum zweiten Mal antrat. Und gleichzeitig die letzte, bei welcher die Vorgängerwahl stattfand, als der Chef noch Bernd Lucke hieß und der AfD-Boom im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise noch in der Zukunft lag. Klarer Gewinner war Rot-Grün: Die SPD verlor zwar leicht (45,6% auf 39,2%), aber die Grünen legten von 12,3% 2015 auf 24,18% zu, also 11,9 Prozentpunkte Plus (der zweithöchste Zugewinn und das dritthöchste Ergebnis für die Grünen bei Landtagswahlen). Rot-Grün erhielt damit die Zweidrittelmehrheit. Die CDU holte derweil das zweit-schlechteste Landtagswahlergebnis ihrer Geschichte (11,2%). Die FDP verfehlte die 5%-Hürde knapp, gewann aber ein Wahlkreismandat. de linken legten leicht zu (von 8,5% auf 9,1%)
  • Oberbürgermeisterwahlen in Leipzig (erster Wahlgang) am 2. Februar 2020: Der erste Wahlgang entwickelte sich überraschend zum Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Herausforderer Sebastian Gemkow (CDU, 31,6%) und Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD, 29,8%). Die SPD hat das Amt seit der Wende (d.h. 1990) inne; Jung amtierte seit 2006. Zum ersten Mal kam es nun bei einer OBM-Wahl in Leipzig zu einem knappen Ergebnis, und zum ersten Mal lag ein Kandidat einer anderen Partei vorn. Auf den Plätzen folgten die Kandidaten der Linken (13,5%), Grünen (12,0%) und AfD (Christoph Neumann, 8,7%), welche damit alle teils deutlich hinter den Kommunalwahl-Ergebnissen ihrer jeweiligen Parteien von 2019 zurückblieben (Linke 21,4%, Grüne 20,7%, CDU 17,5%, AfD 14,9%, SPD 12,4%). Im zweiten  Wahlgang am 1. März 2020, in welchem die einfache Mehrheit genügte, traten nur Jung, Gemkow und eine bedeutungslose Kandidatin erneut an. Jung siegte knapp mit 49,1% (Gemkow 47,6%).