AfD-Kandidaten zur Europawahl 2019

Die Liste wurde bis zum Platz 13 auf einem Delegiertenparteitag vom 16.-19. November 2018 in Magdeburg aufgestellt (die Fortsetzung erfolgt im Januar 2019 in Riesa). Die Wahl erfolgte als Einzelwahl.

Auch die Alternative für Deutschland veröffentlicht eine aktuelle Liste. Die Bewerbungsreden der Gewählten finden sich im Youtube-Kanal „AfD Kompakt TV“.

  1. Jörg Meuthen (BaWü). Im Europaparlament seit November 2017.
  2. Guido Reil (NRW)
  3. Maximilian Krah (Sachsen)
  4. Lars Patrick Berg (BaWü)
  5. Bernhard Zimniok (Bayern)
  6. Nicolaus Fest (Berlin)
  7. Markus Buchheit (Bayern). 7 Sitze erhielt die AfD zur Europawahl 2014 (7,1% der Stimmen).
  8. Christine Anderson (Hessen)
  9. Sylvia Limmer (Bayern)
  10. Gunnar Beck (Auslandsmitglied). Von Platz 10 gelangte Jörg Meuthen Ende 2017 ins Europaparlament, nachdem die Kandidaten auf den Plätzen 4, 8 und 9 in den Bundestag eingezogen waren.
  11. Joachim Kuhs (BaWü)
  12. Erich Heidkamp (Hessen)
  13. Verena Wester (NRW). So viele Sitze würde die AfD bekommen, wenn sie ihr Bundestagswahlergebnis von 2017 (12,6%) wiederholt.

Liste mit detaillierten Angaben (Informationen zu den Personen sind korrekt zum Zeitpunkt der Listenaufstellung im November 2018. Irrtümer vorbehalten),:

  1. Jörg Meuthen ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft an der Hochschule Kehl (diese Tätigkeit ruht während seiner Arbeit als Abgeordneter). Ab November 2013 war er Beisitzer der AfD Baden-Württemberg, ab Januar 2015 stellv. Landessprecher, ab Juli 2015 einer der drei Landessprecher. Beim Parteitag der AfD in Essen im Juli 2015 (bei welchem sich Frauke Petry gegen Bernd Lucke als Bundessprecher durchsetzte) wurde Meuthen mit 62 Prozent der Stimmen zum Co-Bundessprecher gewählt (diese Position war nach damaliger Satzungslage temporär, Ende November 2015 wurde die Doppelspitze jedoch wieder dauerhaft eingeführt und meuthen blieb Parteichef neben Petry). Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 zog Meuthen in den Landtag und wurde zum Fraktionsvorsitzenden der AfD gewählt. Im selben Jahr kam es zur „Meutherei“: nachdem ein Antrag auf  Fraktionsausschluss von Wolfgang Gedeon (dem Antisemitismus vorgeworfen wurde) die notwendige Zweidrittelmehrheit verfehlte, gründeten er und dreizehn weitere Abgeordnete die Fraktion Alternative für Baden-Württemberg (sie blieben jedoch in der AfD, da nach damaliger Regelung eine Partei durchaus mehrere Fraktionen haben konnte). Im Oktober 2016 vereinigten sich beide Fraktionen wieder und Meuthen wurde erneut Fraktionschef. Im November 2017 übernahm Meuthen das freigewordene Mandat von Beatrix von Storch (welche in den Bundestag eingezogen war) und wurde damit einziger AfD-Abgeordneter im Europaparlament (Meuthen hatte 2014 auf Platz 10 kandidiert, die AfD erhielt 7 Sitze). Ende 2017 legte Meuthen deshalb sein Landtagsmandat nieder. Am 2. Dezember 2017 wählte der Bundesparteitag Meuthen mit 72 Prozent der Stimmen erneut zum Bundessprecher der AfD (gemeinsam mit Alexander Gauland).
  2. Guido Reil ist Bergmann (Steiger im Bergwerk Prosper-Haniel, der letzten aktiven Steinkohlen-Zeche im Ruhrgebiet, Ende 2018 wird sie geschlossen). Reil war 26 Jahre SPD-Mitglied (bis 2016), 2009 und 2014 zog er für die SPD e in den Essener Stadtrat (jetzt ist er dort der einzige AfD-Ratsherr. Die AfD holte in Essen 2014 zwar 3 Mandate, verlor sie jedoch durch Austritte). 2016 organisierte Reil als SPD-Mitglied eine (nach Intervention der Parteiführung abgesagte) Demonstration gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Essen-Karnap. Anfang Mai 2016 kandidierte Reil als stellv. Vorsitzender der SPD Essen und erhielt 21,5% der Stimmen. Am 11. Mai 2016 trat Reil aus der SPD aus und im Juli 2016 in die AfD ein. Allerdings machte er weiterhin einen auf „Sozi im Herzen“ und geht z.B. unter Polizeischutz zur Demo am 1. Mai. Zu den NRW-Landtagswahlen und Bundestagswahlen 2017 war Reil einer der wenigen, wenn nicht der einzige AfD-Direktkandidat mit mehr Erst- als Zweitstimmen, d.h. auch Anhänger anderer Parteien fanden ihn zumindest als Person sympathisch genug. Ins Parlament zog Reil jedoch nicht, da er auf der Liste entweder zu weit unten oder gar nicht stand. Im Dezember 2017 wurde Reil als Beisitzer in den AfD-Bundesvorstand der Partei gewählt.
  3. Maximilian Krah (Sachsen) ist stellv. Landesvorsitzender der AfD Sachsen. Krah ist studierter Jurist (Dr. iur.) und Betriebswirtschaftler (MBA, Studium in London und New York), und arbeitet als Rechtsanwalt. Bis 2016 war Krah Vorstandsmitglied der Dresdner CDU, danach wechselte er zur AfD.
  4. Lars Patrick Berg (BaWü) ist Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg (seit der Wahl 2016) und innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. Im Juli 2016 war Berg einer der 14 Meutherer.  Berg wuchs zweisprachig auf (Mutter Engländerin). Er ist Reserveoffizier der Bundeswehr, und studierte Osteuropäische und Mittelalterliche Geschichte sowie Internationale Energiewirtschaft. Von 2013 bis 2014 war Berg Pressesprecher des Landratsamtes Sigmaringen, obwohl er bereits seit März 2013 Mitglied der AfD war und von April 2013 bis Oktober 2014 (und dann nochmal von Juli 2015 bis März 2016) im Landesvorstand BaWü saß. Ab 2014 arbeitete Berg als Pressesprecher der AfD im Europäischen Parlament in Brüssel.Er ist stellv. Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg und stellv. Vorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. (welche am 30. Juni 2018 von der AfD als parteinahe Stiftung anerkannt wurde).
  5. Bernhard Zimniok (Bayern) ist Oberstleutnant a.D. (und studierte Nachrichtentechnik bei der Bundeswehr) mit Kriegserfahrung aus Afghanistan. Anschließend arbeitete Zimniok als Diplomat an den Deutschen Botschaften in Syrien und Pakistan (5 bzw. 4 Jahre). Danach war Zimniok privatwirtschaftlich tätig als Geschäftsführer, speziell im Bereich der Sicherheitsberatung für Großprojekte in Pakistan und allgemein für Public-Private Partnerships in Afrika. Zimniok kandidierte 2017 auf Platz 17 der AfD-Landesliste Bayern zur Bundestagswahl 2017 (die AfD erhielt 14 Sitze in Bayern).
  6. Nicolaus Fest (Berlin) ist promovierter Jurist und Journalist. Er arbeitete für verschiedene Verlage, zuletzt (ab 2001) beim Axel-Springer-Verlag. Er war Kulturchef der Bild und zuletzt stellv. Chefredakteur der Bild am Sonntag. Ende 2014 verließ Fest den Verlag und arbeitete fortan als freier Publizist und Berater. Im Oktober 2016 trat Fest der AfD bei, Er kandidierte zur Bundestagswahl 2017 auf Platz 5 der AfD-Landesliste Berlin (sie erhielt 4 Sitze).
  7. Markus Buchheit (Bayern) studierte Politikwissenschaften und Jura. Er arbeitet seit 2014 als Assistent und seit 2016 als Berater für die FPÖ-Fraktion im Europaparlament. Der AfD gehört er seit 2016 als Förder- und seit 2017 als Vollmitglied an.
  8. Christine Anderson (Hessen) hat eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und war in den USA als Geschäftsführerin tätig, anschließend absolvierte sie ein Studium der Rechtswissenschaften in Deutschland. Seit 2003 (Geburt der dritten Tochter) ist sie Hausfrau. Anderson wurde 2016 für die AfD in den Kreistag Limburg-Weilburg gewählt und ist dort Fraktionsvorsitzende. Anderson kandidierte 2017 auf Platz 12 der AfD-Landesliste Hessen zur Bundestagswahl 2017 (die AfD erhielt 6 Sitze in Hessen).
  9. Sylvia Limmer (Bayern) ist Biologin und Veterinärmedizinerin und arbeitet als Tierärztin. Sie ist stellv. Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Bayreuth und engagiert sich thematisch in den Bereichen‚Landschaftspolitik, Natur-, Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutz.
  10. Gunnar Beck (Auslandsmitglied) lehrt seit 2005 Europarecht und Rechtstheorie an der School of Oriental and African Studies der Universität London, und wurde 2016 zudem zum Professor an der Universität Sussex ernannt. Beck arbetet zudem als Fachanwalt für EU-Recht. Beck ist seit 2014 Mitglied der AfD und unterstützt als Rechtsberater sowohl die AfD als auch die Leave Campaign (welche im Vorfeld des Brexit-Referendums für „Leave“ warb: hier empfahl Beck einen sofortigen Brexit) . Beck ist Verfasser mehrerer Werke (darunter The Legal Reasoning of the Court of Justice of the EU. Oxford: Hart Publishing, 2013, die nach seinen Worten „einzige ehrliche, aber dennoch beachtete Studie“ zum Gerichtshof der Europäischen Union).
  11. Joachim Kuhs (BaWü) ist Referatsleiter beim Staatlichen Rechnungsprüfungsamt Freiburg. Der Vater von zehn Kindern ist zudem Gemeindeältester einer zur Anglican Catholic Church gehörenden Gemeinde in Baden-Baden (dabei handelt es sich um eine in den 70er Jahren in Nordamerika entstandene Abspaltung von der  Anglikanischen Weltkirche. Sie ist nicht zu verwechseln mit dem Anglokatholizismus, auch High Church genannt, welche sich stark am römisch-katholischen Ritus orientiert aber trotzdem dem Erzbischof von Canterbury untersteht). Kuhrs ist evangelischer Sprecher der „Christen in der AfD“, und Mitglied des AfD-Landesvorstandes Baden-Württemberg.
  12. Erich Heidkamp (Hessen) ist gelernter Exportkaufmann und war als Geschäftsführer und Manager von Auslandsniederlassungen eines deutschen Großunternehmens tätig. Heidkamp baute den AfD-Kreisverband Frankfurt/Main mit auf und ist Mitglied im AfD-Landesfachausschuss Hessen für Familienpolitik. Zur Landtagswahl in Hessen 2018 kandidierte der als gemäßigt geltende Heidkamp auf Platz 20, die AfD erhielt 19 Sitze.
  13. Verena Wester (NRW) ist seit 2011 selbstständige Rechtsanwältin in Solingen. Von 2010 bis 2014 war sie zudem als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ruhr-Universität Bochum und anschließend bis zur Promotion 2017 (Dr. jur.) als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW tätig. Seit 2017 arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bundestagsabgeordneten Stefan Keuter (AfD). Wester ist Sprecherin des AfD-Kreisverbands Solingen.
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