AfD-Kandidaten zur Europawahl 2019

Die Liste wurde bis zum Platz 13 auf einem Delegiertenparteitag vom 16.-19. November 2018 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) aufgestellt. Die Wahl erfolgte als Einzelwahl. Die Fortsetzung bis Platz 30 erfolgte vom 11.-14. Januar 2019 in Riesa (Sachsen). 

Auch die Alternative für Deutschland veröffentlicht eine aktuelle Liste. Die Bewerbungsreden der Gewählten finden sich im Youtube-Kanal „AfD Kompakt TV“.

  1. Jörg Meuthen (Baden-Württemberg). Im Europaparlament seit November 2017.
  2. Guido Reil (Nordrhein-Westfalen)
  3. Maximilian Krah (Sachsen)
  4. Lars Patrick Berg (Baden-Württemberg)
  5. Bernhard Zimniok (Bayern)
  6. Nicolaus Fest (Berlin)
  7. Markus Buchheit (Bayern). 7 Sitze erhielt die AfD zur Europawahl 2014 (7,1% der Stimmen).
  8. Christine Anderson (Hessen)
  9. Sylvia Limmer (Bayern)
  10. Gunnar Beck (Auslandsmitglied). Von Platz 10 gelangte Jörg Meuthen Ende 2017 ins Europaparlament, nachdem die Kandidaten auf den Plätzen 4, 8 und 9 in den Bundestag eingezogen waren.
  11. Joachim Kuhs (Baden-Württemberg)
  12. Erich Heidkamp (Hessen)
  13. Verena Wester (Nordrhein-Westfalen). So viele Sitze würde die AfD bekommen, wenn sie ihr Bundestagswahlergebnis von 2017 (12,6%) wiederholt.
  14. Thorsten Weiß (Berlin)
  15. Hagen Brauer (Mecklenburg-Vorpommern)
  16. Martin Schiller (Nordrhein-Westfalen)
  17. Michael Adam (Berlin)
  18. Uta Opelt (Düsseldorf)
  19. Hans-Thomas Tillschneider (Sachsen-Anhalt)
  20. Mike Moncsek  (Sachsen)
  21. Rainer Rothfuß (Bayern)
  22. Julian Flak (Schleswig-Holstein)
  23. Christoph Birghan (Bayern)
  24. Christian Waldheim (Schleswig-Holstein). So viele Sitze würde die AfD bekommen, wenn sie ihr bisher bestes Landtagswahlergebnis (24,3%, Sachsen-Anhalt 2016) bundesweit wiederholt.
  25. Dietmar-Dominik Hennig (Baden-Württemberg)
  26. Rolf Boehnke (Nordrhein-Westfalen)
  27. Jonas Dünzel (Sachsen)
  28. Hakola Dippel (Hessen)
  29. Detlef Ehlebracht (Hamburg)
  30. Rebecca Weißbrodt (Baden-Württemberg)

Liste mit detaillierten Angaben (Informationen zu den Personen sind korrekt zum Zeitpunkt der Listenaufstellung im November 2018 bzw. Januar 2019. Irrtümer vorbehalten):

  1. Jörg Meuthen ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft an der Hochschule Kehl (diese Tätigkeit ruht während seiner Arbeit als Abgeordneter). Ab November 2013 war er Beisitzer der AfD Baden-Württemberg, ab Januar 2015 stellv. Landessprecher, ab Juli 2015 einer der drei Landessprecher. Beim Parteitag der AfD in Essen im Juli 2015 (bei welchem sich Frauke Petry gegen Bernd Lucke als Bundessprecher durchsetzte) wurde Meuthen mit 62 Prozent der Stimmen zum Co-Bundessprecher gewählt (diese Position war nach damaliger Satzungslage temporär, Ende November 2015 wurde die Doppelspitze jedoch wieder dauerhaft eingeführt und meuthen blieb Parteichef neben Petry). Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 zog Meuthen in den Landtag und wurde zum Fraktionsvorsitzenden der AfD gewählt. Im selben Jahr kam es zur „Meutherei“: nachdem ein Antrag auf  Fraktionsausschluss von Wolfgang Gedeon (dem Antisemitismus vorgeworfen wurde) die notwendige Zweidrittelmehrheit verfehlte, gründeten er und dreizehn weitere Abgeordnete die Fraktion Alternative für Baden-Württemberg (sie blieben jedoch in der AfD, da nach damaliger Regelung eine Partei durchaus mehrere Fraktionen haben konnte). Im Oktober 2016 vereinigten sich beide Fraktionen wieder und Meuthen wurde erneut Fraktionschef. Im November 2017 übernahm Meuthen das freigewordene Mandat von Beatrix von Storch (welche in den Bundestag eingezogen war) und wurde damit einziger AfD-Abgeordneter im Europaparlament (Meuthen hatte 2014 auf Platz 10 kandidiert, die AfD erhielt 7 Sitze). Ende 2017 legte Meuthen deshalb sein Landtagsmandat nieder. Am 2. Dezember 2017 wählte der Bundesparteitag Meuthen mit 72 Prozent der Stimmen erneut zum Bundessprecher der AfD (gemeinsam mit Alexander Gauland).
  2. Guido Reil (Nordrhein-Westfalen) ist Bergmann (Steiger im Bergwerk Prosper-Haniel, der letzten aktiven Steinkohlen-Zeche im Ruhrgebiet, Ende 2018 wird sie geschlossen). Reil war 26 Jahre SPD-Mitglied (bis 2016), 2009 und 2014 zog er für die SPD e in den Essener Stadtrat (jetzt ist er dort der einzige AfD-Ratsherr. Die AfD holte in Essen 2014 zwar 3 Mandate, verlor sie jedoch durch Austritte). 2016 organisierte Reil als SPD-Mitglied eine (nach Intervention der Parteiführung abgesagte) Demonstration gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Essen-Karnap. Anfang Mai 2016 kandidierte Reil als stellv. Vorsitzender der SPD Essen und erhielt 21,5% der Stimmen. Am 11. Mai 2016 trat Reil aus der SPD aus und im Juli 2016 in die AfD ein. Allerdings machte er weiterhin einen auf „Sozi im Herzen“ und geht z.B. unter Polizeischutz zur Demo am 1. Mai. Zu den NRW-Landtagswahlen und Bundestagswahlen 2017 war Reil einer der wenigen, wenn nicht der einzige AfD-Direktkandidat mit mehr Erst- als Zweitstimmen, d.h. auch Anhänger anderer Parteien fanden ihn zumindest als Person sympathisch genug. Ins Parlament zog Reil jedoch nicht, da er auf der Liste entweder zu weit unten oder gar nicht stand. Im Dezember 2017 wurde Reil als Beisitzer in den AfD-Bundesvorstand der Partei gewählt.
  3. Maximilian Krah (Sachsen) ist stellv. Landesvorsitzender der AfD Sachsen. Krah ist studierter Jurist (Dr. iur.) und Betriebswirtschaftler (MBA, Studium in London und New York), und arbeitet als Rechtsanwalt. Bis 2016 war Krah Vorstandsmitglied der Dresdner CDU, danach wechselte er zur AfD.
  4. Lars Patrick Berg (Baden-Württemberg) ist Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg (seit der Wahl 2016) und innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. Im Juli 2016 war Berg einer der 14 Meutherer.  Berg wuchs zweisprachig auf (Mutter Engländerin). Er ist Reserveoffizier der Bundeswehr, und studierte Osteuropäische und Mittelalterliche Geschichte sowie Internationale Energiewirtschaft. Von 2013 bis 2014 war Berg Pressesprecher des Landratsamtes Sigmaringen, obwohl er bereits seit März 2013 Mitglied der AfD war und von April 2013 bis Oktober 2014 (und dann nochmal von Juli 2015 bis März 2016) im Landesvorstand BaWü saß. Ab 2014 arbeitete Berg als Pressesprecher der AfD im Europäischen Parlament in Brüssel.Er ist stellv. Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg und stellv. Vorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. (welche am 30. Juni 2018 von der AfD als parteinahe Stiftung anerkannt wurde).
  5. Bernhard Zimniok (Bayern) ist Oberstleutnant a.D. (und studierte Nachrichtentechnik bei der Bundeswehr) mit Kriegserfahrung aus Afghanistan. Anschließend arbeitete Zimniok als Diplomat an den Deutschen Botschaften in Syrien und Pakistan (5 bzw. 4 Jahre). Danach war Zimniok privatwirtschaftlich tätig als Geschäftsführer, speziell im Bereich der Sicherheitsberatung für Großprojekte in Pakistan und allgemein für Public-Private Partnerships in Afrika. Zimniok kandidierte 2017 auf Platz 17 der AfD-Landesliste Bayern zur Bundestagswahl 2017 (die AfD erhielt 14 Sitze in Bayern).
  6. Nicolaus Fest (Berlin) ist promovierter Jurist und Journalist. Er arbeitete für verschiedene Verlage, zuletzt (ab 2001) beim Axel-Springer-Verlag. Er war Kulturchef der Bild und zuletzt stellv. Chefredakteur der Bild am Sonntag. Ende 2014 verließ Fest den Verlag und arbeitete fortan als freier Publizist und Berater. Im Oktober 2016 trat Fest der AfD bei, Er kandidierte zur Bundestagswahl 2017 auf Platz 5 der AfD-Landesliste Berlin (sie erhielt 4 Sitze).
  7. Markus Buchheit (Bayern) studierte Politikwissenschaften und Jura. Er arbeitet seit 2014 als Assistent und seit 2016 als Berater für die FPÖ-Fraktion im Europaparlament. Der AfD gehört er seit 2016 als Förder- und seit 2017 als Vollmitglied an.
  8. Christine Anderson (Hessen) hat eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und war in den USA als Geschäftsführerin tätig, anschließend absolvierte sie ein Studium der Rechtswissenschaften in Deutschland. Seit 2003 (Geburt der dritten Tochter) ist sie Hausfrau. Anderson wurde 2016 für die AfD in den Kreistag Limburg-Weilburg gewählt und ist dort Fraktionsvorsitzende. Anderson kandidierte 2017 auf Platz 12 der AfD-Landesliste Hessen zur Bundestagswahl 2017 (die AfD erhielt 6 Sitze in Hessen).
  9. Sylvia Limmer (Bayern) ist Biologin und Veterinärmedizinerin und arbeitet als Tierärztin. Sie ist stellv. Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Bayreuth und engagiert sich thematisch in den Bereichen‚Landschaftspolitik, Natur-, Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutz.
  10. Gunnar Beck (Auslandsmitglied) lehrt seit 2005 Europarecht und Rechtstheorie an der School of Oriental and African Studies der Universität London. Beck arbeitet zudem als Fachanwalt für EU-Recht. Beck ist seit 2014 Mitglied der AfD und unterstützt als Rechtsberater sowohl die AfD als auch die Leave Campaign (welche im Vorfeld des Brexit-Referendums für „Leave“ warb: hier empfahl Beck einen sofortigen Brexit) . Beck ist Verfasser mehrerer Werke (darunter The Legal Reasoning of the Court of Justice of the EU. Oxford: Hart Publishing, 2013, die nach seinen Worten „einzige ehrliche, aber dennoch beachtete Studie“ zum Gerichtshof der Europäischen Union).
  11. Joachim Kuhs (Baden-Württemberg) ist Referatsleiter beim Staatlichen Rechnungsprüfungsamt Freiburg. Der Vater von zehn Kindern ist zudem Gemeindeältester einer zur Anglican Catholic Church gehörenden Gemeinde in Baden-Baden (dabei handelt es sich um eine in den 70er Jahren in Nordamerika entstandene Abspaltung von der  Anglikanischen Weltkirche. Sie ist nicht zu verwechseln mit dem Anglokatholizismus, auch High Church genannt, welche sich stark am römisch-katholischen Ritus orientiert aber trotzdem dem Erzbischof von Canterbury untersteht). Kuhrs ist evangelischer Sprecher der „Christen in der AfD“, und Mitglied des AfD-Landesvorstandes Baden-Württemberg.
  12. Erich Heidkamp (Hessen) ist gelernter Exportkaufmann und war als Geschäftsführer und Manager von Auslandsniederlassungen eines deutschen Großunternehmens tätig. Heidkamp baute den AfD-Kreisverband Frankfurt/Main mit auf und ist Mitglied im AfD-Landesfachausschuss Hessen für Familienpolitik. Zur Landtagswahl in Hessen 2018 kandidierte der als gemäßigt geltende Heidkamp auf Platz 20, die AfD erhielt 19 Sitze. Einen Tag vor der Konstituierung des Landtages verstarb jedoch der auf platz 4 kandidierende Nikolaus Pethö, so dass Heidkamp in den Landtag nachrückte. Er ist dort Mitglied im Europaausschuss.
  13. Verena Wester (Nordrhein-Westfalen) ist seit 2011 selbstständige Rechtsanwältin in Solingen. Von 2010 bis 2014 war sie zudem als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ruhr-Universität Bochum und anschließend bis zur Promotion 2017 (Dr. jur.) als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW tätig. Seit 2017 arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bundestagsabgeordneten Stefan Keuter (AfD). Wester ist Sprecherin des AfD-Kreisverbands Solingen.
  14. Thorsten Weiß (Berlin) war Offizier in der Panzertruppe. Weiß trat 2014 in die AfD ein und wurde im selben Jahr Chef der Jungen Alternative Berlin (bis 2017) inne. 2016 wurde Weiß ins Berliner Abgeordnetenhaus gewählt und ist jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Weiß ist zudem seit 2016 auch Mitglied des Landesvorstands der AfD Berlin. Weiß ist Koordinator des „Flügels“ in Berlin
  15. Hagen Brauer (Mecklenburg-Vorpommern) stammt ursprünglich aus Thüringen und ist promovierter Chemiker. Er war 18 Jahre Mitglied der CDU und wurde für diese zuletzt 2014 in den Schweriner Stadtrat gewählt. Anfang 2016 wechselte Brauer mit seinem Mandat zur AfD. Für diese trat Brauer zur Bundestagswahl 2017 als Direktkandidat in Mecklenburg-Vorpommern an.
  16. Martin Schiller (Nordrhein-Westfalen) stammt ursprünglich aus Rostock. In der DDR war er u.a. wegen versuchter Republikflucht in Haft. 1989 konnte er nach Münster ausreisen und war hier bis 1994 bei einem Textilmaschinenbauunternehmen in Münster angestellt. 1994 zog Schiller nach Mexiko und war dort zunächst bis 1999 als Vertriebsleiter der selben Firma und anschließend bis 2004 selbständig tätig. Seit 2004 lebt Martin Schiller wieder in Münster und ist Inhaber eines eigenen Unternehmens. Schiller ist Sprecher des AfD-Kreisverbandes Münster und zog 2014 als AfD-Spitzenkandidat in den Rat ein.
  17. Michael Adam (Berlin) stammt ursprünglich aus Trier, wo er Rechtswissenschaften studierte. 1995 promovierte Adam an der Universität Potsdam zum Thema Umweltrecht und arbeitete anschließend in der Energiewirtschaft tätig (zuletzt Geschäftsführer eines Unternehmens in der Fernwärmeversorgung). Seit 2014 ist Adam selbständiger Rechtsanwalt in Berlin. Michael Adam ist Vorsitzender des Bezirksverbandes der AfD-Pankow sowie Regionalvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Christen in der AfD.
  18. Uta Opelt (Düsseldorf) stammt ursprünglich aus Halle/Saale. Sie ist ausgebildete Maurerin und Diplom-Kauffrau (Spezialisierung auf Internationale Wirtschaftsbeziehungen) und in einem Beratungsunternehmen tätig. Parallel zu dieser beruflichen Laufbahn war Uta Opelt als Tennisspielerin in der Bundesliga und in internationalen Wettbewerben aktiv und ist staatlich geprüfte Tennislehrerin. Uta Opelt ist stellvertretende Sprecherin des AfD-Kreisverbandes Düsseldorf und mittlerweile die einzige AfD-Vertreterin im Stadtrat von Düsseldorf (2014 erhielt die AfD 2 Sitze). 2017 kandidierte sie bei der Landtagswahl als Direktkandidatin in Gütersloh.
  19. Hans-Thomas Tillschneider (Sachsen-Anhalt) wurde 1978 in, wie er es selbst nennt, Temeschburg geboren (Deutsche bildeten im bis 1919 ungarischen Temesvár und seitdem rumänischen Timișoara bis zum 2. Weltkrieg die größte Bevölkerungsgruppe, und auch jetzt besteht noch eine signifikante deutsche Minderheit. Sie nannten und nennen die Stadt überwiegend, ans Ungarische angelehnt, Temeswar (mit variierender Schreibweise. „Vár“ ist Burg auf ungarisch). Für „Temeschburg“ gibt es zwar durchaus historische Belege, wirklich populär war wurde die Variante aber erst Ende der 30er Jahre unter Einfluss Nazideutschlands (mit dem Rumänien verbündet war), nach dem Krieg war die Bezeichnung dann entsprechend verpönt und zudem verboten). Tillschneider wuchs im württembergischen Freudenstadt auf, legte 1997 das Abitur ab, und gewann zudem einen Preis beim Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur Baden-Württemberg im selben Jahr. Ab 1998 studierte Tillschneider Islamwissenschaften, Arabistik, Philosophie und Deutsche Literaturgeschichte in Freiburg, Leipzig sowie (2000/01) Damaskus, und schloss 2004 mit einer vielgelobten Magisterarbeit ab, in welcher er die Entstehung der islamischen juristischen Hermeneutik analysierte (es geht darum, wann, wie und unter Zugrundelegung welcher Prinzipien Koran und Sunna zur Grundlage des Islamischen Rechts wurden. Der oft gehörte Vorwurf, dass die der AfD nachgesagte Islamophobie auf Unkenntnis beruhe, kann im Fall Tillschneider also wohl kaum stimmen). 2005 begann er als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes eine Promotion in Jena, welche er dann 2009 in Freiburg abschloss, und auch seine Dissertation wurde sehr positiv bewertet (hier ging es inhaltlich um die Offenbarungsanlässe, also die Umstände, unter welchen der Überlieferung nach bestimmte Koransuren verkündet wurden). Er ging dann kurzzeitig als Post-Doc nach Paris, und wurde dann ab 2010 Akademischer Rat auf Zeit in Bayreuth – bis er dann 2016 zum Profi-Politiker wurde. Zur AfD gehörte Tillschneider praktisch von Anfang an. Bei der Bundestagswahl 2013 kandidierte er auf Listenplatz 7 der Landesliste Sachsen, ein Jahr später verfehlte er bei den Kommunalwahlen den Einzug in den Leipziger Stadtrat. Trotzdem durfte er 2013 und 2014 noch insgesamt dreimal als Gastautor in der FAZ schreiben und sich gegen die Einrichtung bekenntnisorientierter Lehrstühle für islamische Theologie an deutschen Hochschulen wenden (2010 hatte er noch einen Aufruf deutscher Islamwissenschaftler zur Einführung islamischer Theologie an deutschen Universitäten unterstützt). Zur Europawahl 2014 bekam er keinen Listenplatz, zur Landtagswahl 2014 in Sachsen verzichtete er aus beruflichen Gründen. Zwei Jahre später – Tillschneider lebte nun in Sachsen-Anhalt und war mittlerweile wohl (von Jörg Meuthen abgesehen) der profilierteste Akademiker in der einstmaligen Professorenpartei – war es dann soweit: Mit 30,9% gewann er den Wahlkreis Bad Dürrenberg-Saalekreis direkt (er stand zudem auf Platz 10 der Landesliste. Die AfD gewann 25 Sitze, darunter 15 Direktmandate. Im Saalekreis, welcher Halle umgibt, ist Tillschneider jetzt auch AfD-Kreisvorsitzender). Und hier machte er seinem (spätestens während des Machtkampfes Lucke gegen Petry erworbenen) Ruf als Hardliner alle Ehre und kassierte dafür soar Anpfiffe vom damaligen AfD-Landeschef André Poggenburg (der ja selbst in dieser Hinsicht kein Kind von Traurigkeit war und mittlerweile rechts von der AfD seine eigene Partei aufgemacht hat). Tillschneider agierte als Chef der im September 2018 aufgelösten) Patriotischen Plattform. Anfang September 2017 eröffnete Tillschneider in Halle ein Abgeordnetenbüro im Haus der örtlichen Identitären-Jugend (frei nach der Devise: wenn linke Politiker mit Hausbesetzern fraternisieren, können AfDler so etwas auch). Im Mai 2016 sprach er als erster AfD-Mandatsträger auf einer PEGIDA-Demonstration in Dresden] und forderte das Bundesverdienstkreuz für Lutz Bachmann.
  20. Mike Moncsek (Sachsen) stammt aus Freiberg, ist gelernter Kfz-Mechaniker und Fahrzeughändler, und arbeitete insbesondere im Bereich der Entwicklung und Markteinführung von Spezialfahrzeugen für den Logistikbereich im deutschsprachigen Raum und Osteuropa. Moncsek ist seit 2016 Mitglied in der AfD und seit 2017 Beisitzer im Landesvorstand der AfD-Sachsen.. Ab 2017 arbeitete Moncsek im Wahlkreisbüro eines AfD-Bundestagsabgeordneten, seit 2018 ist er Mitarbeiter der sächsischen AfD-Landtagsfraktion.
  21. Rainer Rothfuß (Bayern) lebt in Lindau am Bodensee. Er promovierte 2006 als Geograph zum Thema „Trans­nationale Städte­netzwerke als Instrument der kommunalen Entwicklungs­zusammen­arbeit“ (Rothfuß war damals Mitarbeiter von Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, CDU). Von 2008 bis 2015 hatte Rothfuß eine Professur für Politische Geographie und Konfliktforschung an der Universität Tübingen inne. Er ist ansonsten seit 2004 als selbständiger Geopolitik-Analyst und Berater für internationales Projektmanagement tätig. Politisch legte Rothfuß auch bereits eine illustre Karriere hin: Er war insgesamt 11 Jahre CSU-Mitglied. 2006 erhielt Rothfuß als Kandidat der CDU 40% bei der OBM-Wahl in Esslingen, was aber nicht reichte, den seit 1998 bis heute regierenden SPD-Amtsinhaber zu schlagen. 2011 nominierte ihn dann die CSU im heimatlichen Lindau zum OBM-Kandidaten, aber es kam anders: Ende 2011 überwarf er sich mit der CSU und unterstützte dann den OBM-Kandidaten der Piraten (der dann aber zu wenig Unterstützungsunterschriften erhielt. Bei der Wahl selbst kam die parteilose Amtsinhaberin nur auf Platz 4, in der Stichwahl setzte sich der Kandidat der SPD gegen den Ersatzandidaten der CSU durch). Grund für das Zerwürfnis waren unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft des Lindauer Hauptbahnhofs, und hier konnte Rothfuß noch einmal nachlegen: In einem von ihm initiierten Bürgerentscheid am 18. März 2012 sprachen sich 53,1% der Wähler für die von ihm favorisierte Verlegung aus (umgesetzt werden wird sie aber trotzdem nicht, da die Deutsche Bahn es sich mittlerweile anders überlegt hat: der bestehende Kopfbahnhof wird zwar verkleinert, bleibt aber Taktknoten). Später fokussierte Rothfuß politisch auf die Themen Menschenrechte: Rainer Rothfuß wurde am 14. März 2015 einstimmig zum Geschäfts­führenden Vorsitzenden der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) gewählt. Und auf das Thema Russland (er organisierte u.a. mehrere Autokorsos dorthin). Das brachte ihm einerseits den Bautzener Friedenspreis 2018 (gemeinsam mit dem Psycho-Theologen Eugen Drewermann), andererseits aber auch Kritik wegen zu großer Putin-Nähe und die Abwahl als Geschäftsführender IGFM-Chef (am 17. Oktober 2015, also 7 Monate nach seiner Wahl. Die Position ist seitdem vakant. Ausschlaggebend war wohl ein deutschsprachiges Interview mit einem auf der Krim ansässigen YouTube-Kanal und seine dort getätigten Aussagen zum Ukraine-Konflikt). 2018 trat Rothfuß in die AfD ein.
  22. Julian Flak (Schleswig-Holstein) ist Diplom-Wirtschaftsjurist (FH) und lebt in Kaltenkirchen. 2009 bis 2015 arbeitete Flak in kaufmännischen Leitungsfunktionen in einem mittelständischen Unternehmen.. Seit 2015 arbeitet Flak für die AfD-Landtagsfraktionen Hamburg bzw. Schleswig-Holstein (seit 2017 Persönlicher Referent des Fraktionsvorsitzenden Jörg Nobis). Flak ist Gründungsmitglied der AfD Hamburg, und hier speziell auch der Jungen Alternative. Er war von 2015-17 Bundesvorstandsmitglied der AfD und Vorsitzender des AfD-Konvents. Aktuell ist Flak Vorsitzender des Satzungsausschusses der AfD. Zudem ist er Flak Sprecher des AfD-Kreisverbandes Segeberg. 218 wurde Flak für die AfD in den Kreistag Segeberg und die Stadtvertretung Kaltenkirchen gewählt.
  23. Christoph Birghan (Bayern) stammt aus Berlin und lebt im Landkreis Ebersberg Großraum München. Birghan ist promovierter Biologe und ausgebildeter Patentanwalt. Seit 2007 ist Birghan als Patentanwalt in München tätig. Er ist Mitglied der AfD seit April 2013, Sprecher des Landesfachausschusses 6 „Bildung, Wissenschaft, Kultur und Medien“ und Mitglied des Bundesfachausschuss 6.
  24. Christian Waldheim (Schleswig-Holstein) stammt aus Hamburg, ist gelernter Versicherungskaufmann und war von 1994 bis 1996 Zeitsoldat in der Bundeswehr. Seitdem arbeitete Waldheim in der Versicherungsbranche und schloss 2009 eine berufsbegleitende Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt mit Schwerpunkt Personalwesen ab. Heute ist Waldheim Inhaber einer Unternehmensberatung. Er ist ehrenamtlicher Sozialrichter am Hamburger Sozialgericht. Waldheim ist Sprecher des AfD-Stadtverbandes Norderstedt, Kreisschatzmeister des AfD-Kreisverbands Segeberg und Bundesrechnungsprüfer der Alternative für Deutschland.
  25. Dietmar-Dominik Hennig (Baden-Württemberg) stammt aus Leipzig und lebt in Göppingen. Der gelernte Industriekaufmann ist seit 2016 AfD-Miglied und Parlamentarischer Berater im Landtag Baden-Württemberg. Er war jahrelang (bis 2007) FDP-Mitglied und gehörte von 1994 (er war damals 17) bis 1998 zum sogenannten Cannstatter Kreis. Diese überparteiliche Gruppierung formierte sich 1994 nach einem umstrittenen Auftritt von Jörg Haider (FPÖ) bei der Stuttgarter FDP. Zu den Referenten beim Cannstadter Kreis gehörte aber durchaus auch Gregor Gysi (Linke). Hennig wies später (vom „Stern“ 2016 erhobene)  Vorwürfe, mit dem „Cannstadter Kreis“einer rechtsextremen Organisation angehört zu haben, entschieden zurück.
  26. Rolf Boehnke (Nordrhein-Westfalen) stammt aus Wesel am Rhein geboren und lebt als Rentner in Bonn. Er ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler und arbeitete im Bundesministerium für Wirtschaft, zuletzt als Ministerialrat. Boehnke war deutscher Diplomat in Genf, New York und London, und leitete internationale Organisationen der UNO, zuletzt im Rang eines Staatssekretärs. Anschließend war er Teamleiter und Projektleiter im Balkan, Kaukasus und Nahen Osten. Boehnke gehört seit 2013 zur AfD, war stellv. Sprecher des Kreisverbandes Bonn und Landesschiedsrichter in NRW. Boehnke ist Leiter des AfD-NRW-Landesfachausschusses 13 „Außen- und Sicherheitspolitik“ und Schriftführer im AfD-Bundesfachausschuss gleichen Namens.
  27. Jonas Dünzel (Sachsen) stammt aus Magdeburg und lebt in Dresden. Er ist ausgebildeter Versicherungs- und Finanzkaufmann. Seit 2018 arbeitet er im Vertrieb bei einer Krankenversicherung. Er ist seit 2017 Mitglied der AfD und aktiv in der Junge Alternative. Dünzel war Deutscher Jugendmeister im Schach 2010 in der Altersklasse U16.
  28. Hakola Dippel (Hessen) stammt aus Marburg und wohnt in Volkmarsen. Er ist der Ehemann der hessischen AfD-Landtagsabgeordneten Claudia Papst-Dippel. Dippel ist studierter Forstwirt, war 18 Jahre als Forst-Revierleiter tätig und  arbeitet heute als Naturschutzbeauftragter und Waldpädagoge. Hakola Dippel ist seit Juli 2013 Mitglied der AfD. Von 2014 bis 2017 war er Kreissprecher des Kreisverbandes Waldeck-Frankenberg und seit April 2016 Mitglied des Kreistages. Außerdem ist Dippel AfD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Volkmarsen. Seit November 2017 ist Dippel stellvertretender Vertreter Hessens im AfD-Bundeskonvent für den Landesverband Hessen. Dippel ist passionierter Kajakfahrer und baut seine Grönland-Kajaks selbst.
  29. Detlef Ehlebracht (Hamburg) ist gelernter Flugzeugmechaniker und Fachinformatiker und in einem großen mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein tätig. Er ist seit 2013 Mitglied der AfD (Mitgliedsnummer 148). 2015 zog er in die Hamburgische Bürgerschaft ein und wurde im selben Jahr im zweiten Wahlgang zum Vizepräsidenten der Bürgerschaft gewählt. Er ist zudem Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion.
  30. Rebecca Weißbrodt (Baden-Württemberg) lebt im Kreis Biberach. Sie ist gelernte Verwaltungsangestellte, Steuerfachangestellte und Lohn- und Gehaltsassistentin.  Sie war zwölf Jahre Soldat auf Zeit. Heute arbeitet Weißbrodt als Mitarbeiterin eines AfD-Landtagsabgeordneten. Weißbrodt ist seit 2017 Mitglied der AfD und derzeit stellvertretende Sprecherin des Kreisverbandes Biberach.
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