Wahlen 2017

Die Alternative für Deutschland (AfD) sowie ihre Abspaltung Liberal-Konservative Reformer (LKR) traten im Jahr 2017 bei folgenden Wahlen an (absteigende Reihenfolge. Ggf. fehlen einige kommunale Wahlen):

  • Landtagswahl in Niedersachsen am 15. Oktober 2017. Die AfD holte 6,1% und blieb damit deutlich unter den 9,1% zur Bundestagswahl im selben Bundesland 3 Wochen zuvor, aber sie ist drin (9 Sitze, Platz 5 von 5). In absoluten Zahlen hatte die AfD 44% weniger Wähler als zur Bundestagswahl). Querelen sowohl im Bund als auch im Landesverband mögen eine Rolle gespielt haben, ähnliche Rückgänge im Vergleich zur Bundestagswahl erlebten allerdings auch die anderen kleinen Parteien.
    LKR erhielt gerade mal 0,025% (953 Zweitstimmen).
  • Bundestagswahl am 24. September 2017. Die AfD ist drin, mit 13,1%! Damit wurde sie drittstärkste Kraft. In Sachsen sogar stärkste, und in den übrigen neuen Bundesländern zweitstärkste. Die Dominanz der AfD in den neuen Bundesländern war dabei so stark, dass die AfD selbst in Bayern, wo sie ihr bestes Alte-Länder-Ergebnis holte, noch leicht unter dem Bundesdurchschnitt einkam. Die AfD holte 3 Direktmandate – alle in Sachsen. CDU/CSU und SPD holten ihr schlechteste Ergebnis seit 1949 (CDU/CSU) oder überhaupt (SPD). Die FDP schaffte dank der Ein-Mann-Show von Christian Lindner mit 10,7% den Wiedereinzug, und Linke und Grüne holten mit 9,2% bzw. 8,9% ihr zweitbestes Ergebnis jemals (die Linke dank starker Zugewinne im Westen, im Osten wurden sie dafür durch die AfD gebeutelt, welche hier vor allem im prekären Milieu und in der bürgerlichen Mite punktete). Damit holten zum ersten Mal 7 Parteien mehr als 5 Prozent (CDU und CSU getrennt gezählt, da beide die 5-Prozent-Hürde getrennt überwinden müssen), und nur in einem einzigen Wahlkreis kam irgendeine Partei noch auf mehr als 50% (nämlich die CDU in Cloppenburg-Vechta, Niedersachsen, 53%).
    LKR verzichtete auf die Wahlteilnahme.
  • Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai 2017. Die AfD holte 7,4% (16 Sitze), es geht also wieder aufwärts. Die AfD überholte damit die Grünen (6,4%) und ist viertstärkste Partei in NRW. Auf Wahlkreisebene reichen die Ergebnisse von 15,2% in Gelsenkirchen II bis 3,4% in Münster I. Hohe Ergebnisse gab es generell im Ruhrgebiet, niedrige Werte (5% oder weniger) neben Münster auch in Köln und Aachen sowie in einigen ländlichen Wahlkreisen.
    LKR verzichtete auf die Wahlteilnahme. Es gab lediglich einen einsamen LKR-Direktkandidaten (0,1%) und zudem mindestens einen ehemals dem Lucke-Flügel der AfD angehörenden (der LKR aber nie beigetretenen und zu ihr in keiner Beziehung stehenden) unabhängigen Direktkandidaten (0,7%).
  • Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 7. Mai 2017. Die AfD holte 5,9% – das ist noch weniger als an der Saar zwei Monate zuvor (und de facto das drittschlechteste AfD-Landtagswahlergebnis überhaupt, schlechter war die AfD nur bei der allerersten AfD-Landtagswahlteilnahme in Hessen 2013 mit 4,1% und in Bremen 2015 mit 5,5%). Aber eben drin (5 Sitze).
    LKR blieb mit 0,2% bedeutungslos.
  • Landtagswahl im Saarland am 26. März 2017. Die AfD holte 6,2% – das ist zwar kein Vergleich mt dem Höhenflug von 2016, aber eben drin (3 Sitze). Den Wahlen gingen Konflikte zwischen der Bundes-AfD und der AfD Saar voraus :Die AfD Saar entging Ende 2016 nur dank des AfD-Bundesschiedsgerichts einer vom Bundesparteitag in Stuttgart am 30. April 2016 beschlossenen Zwangsauflösung. Darauf forderten die beiden Bundessprecher Frauke Petry und Jörg Meuthen die AfD Saar zum freiwilligen Verzicht auf die Landtagswahl-Teilnahme auf (woran sich diese natürlich nicht hielten). Am Ende unterstützte man den Landesverband an der Saar aber doch – ein Scheitern an der 5%-Hürde wäre dann doch ein etwas suboptimaler Start ins Superwahljahr gewesen.
    LKR gelang es trotzdem nicht, eine signifikante Zahl von AfD-Wählern abzuwerben, sie blieben mit 0,2% bedeutungslos.
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