Wahlen 2016

Die Alternative für Deutschland (AfD) sowie ihre Abspaltung Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA) traten im Jahr 2016 bei folgenden Wahlen an (absteigende Reihenfolge. Ggf. fehlen einige kommunale Wahlen):

  • Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 18. September 2016.. Die AfD kam mit 14,2% auf Platz 5. Die absoluten Hochburgen lagen wie zu erwarten in den „Plattenbau-Bezirken“ im Osten: Marzahn-Hellersdorf 23,6% (stärkste Partei), Treptow-Köpenick 20,5%, Lichtenberg 19,0%. Die besten Ergebnisse im Westen gab es in Spandau (16,6%) und Reinickendorf (16,1%), den wenigsten Zuspruch in den „Mauer-überschreitenden“ Bezirke Mitte (9,9%) und Friedrichshain-Kreuzberg (6,4%).
  • Kommunalwahlen in Niedersachsen am 11. September 2016
  • Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 4. September 2016. Die AfD holte mit 20,8% ihr bislang zweitbestes Landtagswahl-Ergebnis und ist nun (neben Sachen-Anhalt) auch in Mecklenburg-Vorpommern zweitstärkste Partei. Sie zog dabei erstmals an der CDU vorbei – damit hat die AfD nun jede andere Partei bei mindestens einer Landtagswahl überholt (vom Sonderfall CSU abgesehen). Die AfD gewann zudem 3 von 36 Direktmandaten – und dominierte damit fast die gesamte vorpommerschen Ostseeküste zwischen dem Greifswalder Bodden und der polnischen Grenze, einschließlich der Insel Usedom (aber ausschließlich Greifswald, wo die SPD siegte). In einigen Orten schrammte die AfD knapp an 50% vorbei (etwa in Peenemünde mit 46,8%) und es ergaben sich rechnerische Merhheiten von AfD und NPD (die in Peenemünde 5,6% holte) oder – noch häufiger – von AfD und Linken (etwa in der Hansestadt Wolgast, hier holte die AfD 35,9% und die Linke 18,1%). Das wird bei den nächsten Kommunalwahlen interessant. Und nebenbei kegelte die AfD noch die NPD aus ihrem letzten Landtag (von 6% auf 3%; die Dankschreiben der vereinten Bündnisse gegen Rechts waren überschaubar). Und auch die Grünen flogen raus (8,7% auf 4,8%) – zum ersten Mal seit 2011 sind sie nicht mehr in jedem Landesparlament vertreten. ALFA blieb mit 0,3% bedeutungslos.
  • Landtagswahlen am 13. März 2016 in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt: Die AfD pulverisierte ihre bisherigen Rekorde, überholte erstmals die Linke und in BaWü und ST sogar die SPD (in beiden Ländern haben CDU und SPD keine rechnerische Mehrheit mehr, erstmals in der Geschichte der BRD).  Die 24,3% in Sachsen-Anhalt (zweitstärkste Partei) waren das bisher stärkste AfD-Wahlergebnis überhaupt. In BaWü (15,1%) und RP (12,6%) schnitt die AfD nicht ganz so gigantisch ab (immerhin jeweils drittstärkste Partei, das war sie vorher auch nirgends), aber auch hier wurde das bisher beste AfD-Landtagswahlergebnis (12,2% in Brandenburg 2014) übertroffen. Die AfD erzielte zudem  ihre ersten Direktmandate: 15 von 43 Direktmandate in Sachsen-Anhalt (das beste Direktkandidaten-Ergebnis holte mit 33,4% Volker Olenicak im Wahlkreis Bitterfeld) und zwei in Baden-Württemberg (24,1% in Pforzheim, 23,0% in Mannheim I. Was prompt diverse Komiker zu einem „…heim ins Reich“-Witz ermunterte). Für ALFA waren es die ersten Landtagswahlen überhaupt. Dank 1,02% in BaWü kam ALFA über die für die staatliche Parteienfinanzierung wichtige Ein-Prozent-Hürde. Die in ST (0,88%) und RP (0,62%) erzielten Stimmen zählen damit ebenfalls für die Parteienfinanzierung, denn es genügt, die Hürde in einem Land zu knacken
  • Kommunalwahlen in Hessen am 6. März 2016. AfD 11,9%. Rekordergebnisse: 14,7% in Dietzenbach, 15,9% im Landkreis Bergstraße. Für ALFA war es der erste Wahlantritt überhaupt. ALFA entsendet seitdem je einen Vertreter in die Stadträten von Rüsselsheim (1,8%), Wiesbaden (0,9%) und Frankfurt (0,5%).
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