Wahlen 2015

Die Alternative für Deutschland (AfD) traten i Jahr 2015 bei folgenden Wahlen an (absteigende Reihenfolge. Ggf. fehlen einige kommunale Wahlen):

  • Landratswahl im Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg, am 11. Oktober 2015. Neuer AfD-Rekord: 22,9 % für Jens-Birger Lange.
  • Bürgermeisterwahlen in NRW am 13. September 2015. Der erste Wahlantritt der AfD nach der Spaltung auf dem Essener Parteitag. AfD-Kandidaten traten in Düren (6,0%) und Bochum (3,1%) sowie (am 18. Oktober 2015) in Köln (4,0%) an.
  • Bürgermeisterwahlen (nur einige Kommunen, insbesondere Dresden) und Landratswahlen in Sachsen. Die erste Runde fand am 7. Juni 2015 statt, also zu einem Zeitpunkt als der innerparteiliche Machtkampf der AfD auf vollen Touren lief. Trotzdem holten die AfD-Kandidaten dort, wo sie antraten, durchaus passable Ergebnisse. In Flöha holte die AfD-Kandidatin Romy Penz sogar 21,8% der Stimmen (und trat dann auch noch einmal in der zweiten Runde an, da wurden es 18,8%). In Dresden holte der AfD-Kandidat nur 4,8% und musste sich damit auch Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling geschlagen geben (sie holte als Einzelbewerberin mit 9,6% gleich mal etwa doppelt so viel).
  • Bürgerschaftswahl (Landtagswahl) in Bremen am 10. Mai 2015. In der Stadt Bremen wurde die 5-Prozent-Hürde mit  5,6% überschritten, die AfD erhielt 4 Sitze in der Bremischen Bürgerschaft. In der Stadt Bremerhaven (der Hochburg der Bürger in Wut, BIW, 6,5%) hingegen hatte die AfD nach dem offiziellen Endergebnis mit 4,97% die Hürde knapp verfehlt, die in Bremerhaven erzielten Stimmen spielten somit keine Rolle. Es wäre 1 Sitz mehr in der Bremischen Bürgerschaft gewesen, und dieser eine Sitz fehlte der AfD Bremen leider am Fraktionsstatus. Etwa 50 Stimmen mehr in Bremerhaven wären nötig gewesen, und da der Wähler im Land Bremen 5 Kreuze machen darf, hätten sogar 10 Wähler gereicht. Da lohnte es sich doch, nochmal nachzuschauen. Und siehe da: Bei einer genehmigten Kontrolle durch die AfD wurden mindestens 110 Stimmzettel gefunden welche „fehlerhaft zulasten der AfD bewertet worden seien“. Das Verwaltungsgericht Bremen machte daraufhin am 21.12.2015  ein Weihnachtsgeschenk für die AfD und entschied, dass diese auch in Bremerhaven die Fünfprozenthürde überwunden habe. Dagegen wiederum legten wiederum die SPD (die dadurch einen Sitz verloren hätte) und die Landeswahlleitung Widerspruch ein, worauf der Staatsgerichtshof eine komplette Neuauszählung aller Bremerhavener Wahlzettel anordnete. Dies erfolgte vom 4. bis zum 13. Juli 2016. Der Stimmanteil der AfD wurde von 7.936 auf 7.969 korrigiert, bei anderen Parteien gab es allerdings ebenfalls Zuwächse. Ergebnis der Neuauszählung damit: 4,99 Prozent, 15 Stimmen zu wenig. Am 13. September 2016 entschied der Staatsgerichtshof endgültig: die AfD hat in Bremerhaven die 5%-Hürde verfehlt (das bisher letzte Mal in ihrer Geschichte). Ein schwacher Trost für die Etablierten, welche sich mittlerweile schon an ganz andere Wahlergebnisse der AfD gewöhnen mussten.
    Aber selbst wenn die Neuauszählung anders verlaufen wäre: Eine AfD-Fraktion hätte es nicht gegeben. Denn drei der ursprünglichen vier AfDler (Piet LeidreiterKlaus Remkes und Christian Schäfer) hatten bereits die AfD verlassen und waren dann zeitweilig Deutschlands einzige ALFA- bzw. LKR-Landtagsabgeordnete (seit dem 12. Juni 2017 ist Schäfer der enzige, die beiden anderen wechselten zu den Bürgern in Wut). Nur ausgerechnet der „schwule Grieche“ Alexander Tassis blieb der AfD treu.
  • Bürgerschaftswahl (Landtagswahl) in Hamburg am 15. Februar 2015. Mit 6,1% erstmaliger Einzug in einen Landtag der alten Bundesländer.
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