Die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer

Am 12. Juni 2014 erhielt die damalige Alternative für Deutschland ihren Ritterschlag: Die Aufnahme in die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR. Englisch: European Conservatives and Reformists, ECR) des Europäischen Parlaments. Zum ersten Mal wurde die AfD damit auch offiziell durch andere europäische Parteien als Partner anerkannt. Und nicht durch irgendwelche Parteien: Die Mehrzahl der Abgeordneten der EKR-Fraktion gehörten und gehören Parteien an, welche in ihren Heimatländern Regierungsverantwortung tragen oder zumindest mal getragen haben. Allen voran die britischen Konservativen, welche 2014 den britischen Premierminister David Cameron stellten (2016 durch Parteikollegin Theresa May abgelöst), sowie die polnische Partei Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość, PiS), welche 2014 zwar „nur“ Polens größte Oppositionspartei bildete, aber mittlerweile den Staatspräsidenten Andrzej Duda stellt (am 24.5.15 gewählt. Zuvor war er Fraktionskollege der AfDler) und welche bei den Parlamentswahlen am 25. Oktober 2015 die absolute Mehrheit errang.

Kurz vor der AfD wurde am 4.6.14 bereits Arne Gericke, damals der einzige Abgeordnete der Familien-Partei Deutschlands, in die EKR-Fraktion aufgenommen (er trat am 9. Mai 2017 zu den Freien Wählern über, blieb aber Fraktionsmitglied). Fünf der ehemals sieben AfD-Europaparlamentarier traten im Juli 2015 in die neugegründete Partei ALFA über, welche damit anstelle der AfD vorübergehend zur drittgrößten Gruppe innerhalb der EKR-Fraktion wurde. Im November 2016 änderte die Partei ihren Namen in Liberal-Konservative Reformer (LKR). ALFA bzw. LKR gehörten seit dem 18.3.2016 auch der Europapartei Allianz der Konservativen und Reformer in Europa (ACRE), sozusagen der „Partei zur Fraktion“, an, verließen diese jedoch Anfang 2017 wieder (zuvor hatten sie sich vergeblich um den Ausschluss der türkischen AKP aus ACRE bemüht). Ende September 2018 verließen vier der fünf LKRler (Hans-Olaf Henkel, Bernd Kölmel, Ulrike Trebesius und Joachim Starbatty) die Partei und gehören somit nun als Parteilose der EKR-Fraktion an. Bernd Lucke hingegen blieb der LKR treu. Die beiden verbliebenen AfDler verließen die EKR-Fraktion am 8. bzw. 12. April 2016. Beatrix von Storch kam durch ihren Austritt dem Ausschluss zuvor, Marcus Pretzell hingegen wurde zum ersten Ausschluss seit Gründung der EKR 2009.  Die AfD ist damit übrigens auch die erste und bisher einzige Partei, welche die seit 2009 bestehende EKR-Fraktion vollständig verließ, ohne gleichzeitig aus dem Europaparlament auszuscheiden.

Hier ein paar Zahlen und Fakten zur EKR-Fraktion und ihren 71 Mitgliedern (Stand 7.6.18. Irrtümer und Änderungen vorbehalten). Die Auflistung der 23 einzelnen Mitgliedsparteien sowie der unabhängigen Abgeordneten siehe unten. Aus Deutschland stammen 6 Mitglieder: 1 x LKR, 1 x Freie Wähler, 4 x parteilos

In welcher Fraktion waren die jetzigen EKR-Parteien (bzw. die EKR-Abgeordneten, im Fall eines Parteiwechsels), vor der Europawahl vom 22.5.14 bzw. vor ihrem Übertritt zur EKR-Fraktion (falls sie nach dem 22.5.14 zunächst einer anderen Faktion angehörten):

  • 42 Abgeordnete (59%) wurden für 8 Parteien gewählt, welche auch schon vor der Europawahl am 22.5.2014 Mitglieder der EKR-Fraktion waren. Dies betrifft 17 der noch 18 britischen Konservativen (der 18te ist ein Überläufer von UKIP), alle 19 polnischen Fraktionsmitglieder (welche alle über die Liste der PiS gewählt wurden, obwohl 4 ihr nie angehörten oder nicht mehr angehören), die tschechische ODS, die lettische „Nationale Allianz“, die niederländische ChristenUnie, die nordirische UUP, die Wahlaktion der Polen Litauens und die kroatische Abgeordnete Ruža Tomašić (welche nicht mehr der Partei angehört, für welche sie 2013 und 2014 ins Europaparlament einzog).
  • 11 Abgeordnete (15%) gehörten vor ihrem Beitritt zur EKR-Fraktion weder selbst zu einer anderen Fraktion, noch gehörte die Partei, für welche sie ins Europaparlament gewählt wurden, irgendeiner Fraktion an (was in allen Fällen daran liegt, dass diese Parteien am 22.5.14 erstmals ins Europaparlament einzogen). Dies betrifft alle 6 deutschen Fraktionsmitglieder (5 davon wurden für die AfD ins Europaparlament gewählt, gehören dann vorübergehend zu den LKR, Ende September 2018 traten jedoch 4 der 5 aus der LKR aus und sind jetzt parteilos. Der sechste wurde für die Familien-Partei gewählt und trat 2017 zu den Freien Wählern über). Ebenso dazu gehören die beiden Vertreter der slowakischen Parteien NOVA und OLaNO, sowie der bulgarischen Parteien Reload Bulgarien und IMRO, und schließlich der Grieche Notis Marias. Dieser trat als Abgeordneter der zuvor nicht im Europaparlament vertretenen Partei ANEL der EKR-Fraktion bei, verließ ANEL jedoch später und ist jetzt unabhängiger EKR-Abgeordneter.
  • 7 Abgeordnete (10%) stammen aus vier Parteien, welche zuvor der Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie (EFD) angehörten: die oft als rechtspopulistisch eingestuften „Finnen“ (2 Abgeordnete) und Dänische Volkspartei (3 Abgeordnete. Urprünglich waren es vier: Rikke Karlsson, trat am 19.0.15 aus der DVP und im Februar 2018 auch aus der EKR-Fraktion aus) sowie die streng calvinistische niederländische SGP (1 Abgeordneter), welche sonntags ihre Webseite schließt und bis 2006 Frauen die Mitgliedschaft verweigerte. Hinzu kommt der Brite Amjad Bashir, welcher am 22.5.14 für UKIP ins Europaparlament gewählt und im Januar 2015 zu den Konservativen und damit zur EKR-Fraktion übertrat.
    Die EFD-Fraktion wurde bis 2014 von der britischen UKIP sowie der italienischen Lega Nord dominiert. Nach der Europawahl 2014 wurde die Fraktion unter leicht verändertem Namen (EFDD) unter Führung von UKIP und dem italienischen MoVimento 5 Stelle (dafür ohne Lega Nord) neu konstituiert. Beatrix von Storch (AfD) wechselte am 8. April 2016 von der EKR zur EFDD. Nachdem sie 2018 in den Bundestag wechselte, übernahm Jörg Meuthen ihren Sitz in der EFDD.
  • 4 Abgeordnete (6%) entstammen der Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten, EVP). Raffaele Fitto zog am 22.5.14 als einer von 13 Abgeordneten der Forza Italia neu ins Europaparlament ein, verließ die Partei jedoch am 17.5.15 und gründete die zur Fraktion gleichnamige Partei Conservatori e Riformisti. (welche mittlerweile in der Direzione Italia aufgegangen ist). Ihm folgte am 7.7.15 sein Ex-Forza-Kollege Remo Sernagiotto. Die Rumänin Monica Macovei wurde 2009 und erneut 2014 über die Liste der Demokratisch-Liberalen Partei (DLP) ins Europaparlament gewählt. Sie verließ diese Partei jedoch, und gründete am 3.6.15 die neue Partei M10. Am 27.10.15 trat sie zur EKR-Fraktion über. Die Zypriotin Eleni Theocharous war eine von zwei gewählten Abgeordneten der Dimokratikos Synagermos (DISY). Sie verließ die Partei im November 2015 und gründete im Januar 2016 die (mittlerweile auch erfolgreich zu Wahlen in Zypern angetretene) Partei Solidaritätsbewegung. Theocharous trat im März 2016 zur EKR-Fraktion über.
  • 4 Abgeordnete (6%) gehören zur N-VA, der stärksten Partei Flanderns und Belgiens, welche zuvor mit den Grünen (!) in der Fraktion Greens/EFA fraktionell verbunden war.
  • 2 Abgeordnete (3%)  entstammen der liberalen ALDE-Fraktion. Brian Crowley, der dienstälteste irische Europaabgeordnete, gehörte vor der Europawahl der traditionellen irischen Partei Fianna Fáil (FF) an. Für die FF wurde er auch wieder ins Europaparlament gewählt, vollzog jedoch ohne deren Zustimmung den Übertritt zur EKR-Fraktion. Die FF betrachtet Crowley seitdem nicht mehr als ihren Vertreter. Richard Sulík zog am 22.5.14 für die slowakische Partei Sloboda a Solidarita (SaS) ins Europaparlament und schloss sich kurzzeitig der ALDE-Fraktion an, bevor er am 8.10.14 zur EKR-Fraktion wechselte.
  • Etwas komplizierter ist es schließlich im Fall von Laurențiu Rebega aus Rumänien (1, 1%). Er wurde 2014 für die Partidul Conservator in das Europäische Parlament gewählt. Trotz ihres Namens gehörte sie zur sozialdemokratischen S&D-Fraktion. Am 15. Juli 2015 erklärte Rebega seinen Übertritt zur rechten Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit (welcher Marcus Pretzell, Ex-AfD, jetzt angehört) und wurde sogar zum stellvertretenden Vorsitzenden der Fraktion gewählt. Am 2. März 2018 verließ er die Fraktion wieder und wechselte zum 3. April 2018 zur EKR-Fraktion.

Zu welchen europäischen Parteien gehören die Parteien (Anm.: In einigen Fälle haben sich EKR-Europaabgeordnete individuell einer europäischen Partei angeschlossen, diese wurden hier nicht mitgezählt, aber im Text vermerkt, soweit bekannt):

  • 46 Abgeordnete (65%) gehören zum Mitgliedsparteien der Allianz der Konservativen und Reformer in Europa (ACRE) an. Dabei handelt es sich sozusagen um die „Partei zur Fraktion“. Bis Oktober 2016 hieß sie noch Allianz der Europäischen Konservativen und Reformer (AECR). 12 EKR-Parteien sind ACRE-Mitglieder: die britischen Konservativen, die polnische PiS, die tschechische ODS, die „Finnen“, die italienische Direzione Italia, die lettische Nationale Allianz, die nordirische UUP, die Wahlaktion der Polen Litauens, und die Kroatische Konservative Partei.die beiden slowakischen Parteien NOVA und Sloboda a Solidarita (SaS), sowie die rumänische M10,  Zudem gehören auch einer der beiden unabhängigen polnischen sowie beide bulgarischen Fraktionsmitglieder zur ACRE, nicht jedoch ihre Parteien. Ungeachtet das Names besitzt ACRE durchaus auch teils prominente Mitglieder außerhalb Europas (und außerhalb der EU sowieso), etwa die Republikanische Partei der USA (seit November 2014 schon, also lange vor Donald Trump), die israelische Likud und und Erdogans AKP. Die Liberal-Konservativen Reformer (LKR) waren seit 18.3.16 ebenfalls ACRE-Mitglied, bemühten sich dort vergeblich um einen Ausschluss der AKP, und verließen schließlich im Januar 2017 ACRE wieder.
  • 18 Abgeordnete (25%) gehören entweder überhaupt keiner nationalen Partei an (aber ggf. individuell zu einer europäischen Partei), oder ihre nationale Partei gehört zu keiner europäischen Partei: Die Liberal-Konservativen Reformer (LKR, bis September 2018 5 Abgeordnete, danach verließen 4 davon die Partei und sind jetzt parteilos) sind seit Januar 2017 wieder ungebunden (zuvor waren sie seit 18.3.16 ACRE-Mitglied). Die Dänische Volkspartei (DVP, 3) gehörten vor der Europawahl 2014 nicht nur zur damaligen, von UKIP und Lega Nord dominierten Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie (EFD), sondern auch zur „zugehörigen“ Europapartei Bewegung für ein Europa der Freiheit und der Demokratie (MELD). Nach ihrem Fraktionswechsel 2014 verließ jedoch die DVP auch die MELD (welche zuvor schon von der Lega Nord verlassen wurde und seither praktisch unbedeutend ist. UKIP gehörte ihr nie an) und ist seitdem ungebunden. Bislang überhaupt ungebunden sind die Parteien IMRO (Bulgarien), OLaNO (Slowakei, der Abgeordnete gehört individuell zur ECPM), Prawica Rzeczypospolitej (Polen, der Abgeordnete wurde über die Liste der PiS gewählt und gehört individuell zur ECPM) und Solidaritätsbewegung (Zypern. Ins Europaparlament gewählt wurde  Eleni Theocharous für die der EVP angehörende DISY). Und schließlich gehören alle unabhängigen EKR-Mitglieder in diese Kategorie: Brian Cowley (Irland, gewählt für die zur ALDE gehörende Fianna Fáil), Notis Marias (Griechenland, gewählt für ANEL) sowie 2 polnische Abgeordnete (gewählt für die zur ACRE gehörende PiS. Individuell gehört einer davon zur ACRE, der andere zur ECPM).
  • 4 Abgeordnete (6%) gehören zur flämischen N-VA und damit zur Europäischen Freien Allianz (EFA). Weitere wichtige Mitglieder der EFA sind die Scottish National Party, die walisische Plaid Cymru, die katalanische Esquerra Republicana de Catalunya und der Südschleswigsche Wählerverband (SSW). Ansonsten gehören zur EFA überwiegend kleine, tendenziell eher linksgerichtete Parteien (Ausnahmen bestätigen die Regel), und teils illustre und selbst in ihrer Stammregion bedeutungslose Regionalparteien oder Parteien nationaler Minderheiten. Aus Deutschland sind neben dem SSW noch die BayernparteiDie Friesen und die Lausitzer Allianz dabei, deutsche Minderheiten anderswo werden durch die Schleswigsche Partei (Nordschleswig), Unser Land (Elsass), Süd-Tiroler Freiheit und Ruch Autonomii Śląska (Schlesien) vertreten.
  • 2 Abgeordnete (3%) zählen zu Mitgliedsparteien der Europäischen Christlichen Politischen Bewegung  (ECPM). Dies betrifft die beiden fundamental-calvinistischen niederländischen Parteien SGP und CU, . sowie die . Daüber hinaus sind jedoch einige EKR-Fraktionsmitglieder individuell Mitglieder der ECPM, nämlich Arne Gericke (gewählt für Familienpartei, jetzt Freie Wähler), Branislav Škripek (OL’aNO, Slowakei), Marek Jurek (Prawica Rzeczypospolitej, Polen, wurde über die Liste der PiS gewählt), und Kazimierz Ujazdowski (Polen, gewählt für PiS, jetzt unabhängig). Die aus der EKR-Fraktion ausgetretene Beatrix von Storch (AfD) gehörte ebenfalls individuell der ECPM an, wurde jedoch im März 2016 aus der ECPM ausgeschlossen.
  • Einen Sonderfall bildet Arne Gericke: Am 9. Mai 2017 trat Gericke in die Partei FREIE WÄHLER über. Diese gehört zur Europäischen Demokratischen Partei (EDP). Die bei der Europawahl 2014 gewählte Abgeordnete der Freien Wähler, Ulrike Müller, gehört zur liberalen ALDE-Fraktion. Gericke schloss sich jedoch beidem nicht an, sondern blieb auch nach seinem Übertritt zu den Freien Wählern Individualmitglied in der ECPM (was er zuvor schon war) sowie der EKR-Fraktion. Die Mitgliedsparteien der EDP sind eher unbedeutend, sieht man mal von der französischen Partei Mouvement démocrate (MoDem) ab, welche sich 2017 mit der neugegründeten Partei La République en Marche! des frischgewählten Präsidenten Emmanuel Macron verbündete und somit Frankreich mitregiert. Ursprünglich gewählt wurde Gericke  als einziger Abgeordneter der Familienpartei. Diese gehört keiner Europapartei an, Gericke schloss sich jedoch individuell der ECPM an.

Wie viele EKR-Parteien sind auch in nationalen Parlamenten oder Regierungen vertreten:

  • 16 der 23 Parteien (denen 56 und damit 79% der EKR-Abgeordneten angehören) sind auch in den jeweiligen nationalen Parlamenten vertreten. Nicht vertreten sind lediglich LKR & Freie Wähler (waren noch nie im Bundestag, die Freien Wähler sitzen jedoch im bayrischen Landtag), die polnische Prawica Rzeczypospolitej (Kleinpartei, deren Vertreter auf der Liste von PiS für das Europaparlament kandidierte), Reload Bulgarien (zog 2014, damals noch als Bulgarien ohne Zensur, mit 15 Abgeordneten ins bulgarische Parlament, verzichtete jedoch 2017 auf einen erneuten Antritt), die nordirische UUP (verlor alle Sitze im britischen Unterhaus am 8.6.2017) und die erst am 17. Januar 2015 bzw. 3. Juni 2015 gegründeten Parteien Kroatische Konservative Partei und M10 (Rumänien). Die Abgeordnete der beiden letzten Parteien gehörten zur Europawahl aber noch anderen Parteien an, welche sehr wohl Sitze im kroatischen bzw. rumänischen Parlament haben.
  • An einer nationalen Regierung beteiligt sind momentan 4 Parteien, zu welchen aber 38 EKR-Fraktionsmitglieder (54%) gehören. Eine dieser Parteien (15, 21%) stellt zudem ein amtierendes direkt gewähltes Staatsoberhaupt. Eine weitere Partei (3, 4%) stützt eine nationale Minderheitsregierung.
    • Die Konservativen (18 EKR-Abgeordnete) regieren das Vereinigte Königreich mit absoluter Mehrheit und stellen die britischen Premierministerin Theresa May.
    • PiS (Polen, 15 EKR-Abgeordnete). Ihr Kandidat Andrzej Duda, wurde am 24.5.15 zum Staatspräsident von Polen gewählt. Am 25.10.15 errang PiS die absolute Mehrheit in beiden Kammern des polnischen Parlaments
    • Die N-VA (4 EKR-Abgeordnete) wurde bei den Wahlen am 25.5.14 zur stärksten Partei Flanderns und damit Belgiens. Sie ist seitdem an der belgischen 4-Parteien-Regierung beteiligt (der Posten des Ministerpräsidenten Belgiens wurde der kleinsten, aber einzigen französischsprachigen, Partei unter den vier Koalitionspartnern überlassen). Die N-VA stellt zudem den Ministerpräsidenten der Regionalregierung Flanderns.
    • Die Nationale Allianz (1 EKR-Abgeordneter) ist an der lettischen Regierung beteiligt.
    • Die Dänische Volkspartei (DVP, 3 EKR-Abgeordnete) gewann bei der Folketingswahl am 18. Juni 2015 fast 9 Prozentpunkte hinzu und wurde mit 21,1% zweitstärkste Partei Dänemarks. Seither stützen die DVP und zwei weitere Parteien die nur von der liberalen Venstre (19,5%) gebildete dänische Minderheitsregierung.
  • 5 Parteien, zu welchen 7 Abgeordnete gehören, sind momentan Oppositionsparteien aber waren in jüngster Vergangenheit an nationalen Regierungen beteiligt. Dies betrifft die tschechische ODS (2), welche in der Vergangenheit auch den direkt gewählten Staatspräsidenten stellte, sowie die slowakische Sloboda a Solidarita (1), die niederländische CU (1), die „Finnen“ (2) und die UUP (1). Die „Finnen“ wurden bei den Wahlen am 19. April 2015 zur (nach Sitzen) zweitstärksten Partei Finnlands. Im Juni 2017 kam es jedoch zu einer Abspaltung (mittlerweile Blaue Zukunft genannt), welcher sich die Hälfte aller „Finnen“-Abgeordneten und insbesondere alle Kabinettsmitglieder einschließlich des Außenministers Timo Soini anschlossen. Die beiden Europaabgeordneten blieben den „Finnen“ jedoch treu (die Wahl von einem der beiden, des als Rechtsaußen geltenden Jussi Halla-aho, zum neuen Parteichef der „Finnen“ löste überhaupt erst die Spaltung aus). Die nordirische Ulster Unionist Party (UUP, 1) schließlich hatte bis 1972 ein Verhältnis zur Konservativen Partei wie CDU und CSU zueinander, sie regierte damit faktisch das Vereinigte Königreich mit, sofern die Konservativen regierten. Die UUP gehörte zudem in der Vergangenheit der nordirischen Regionalregierung an und stellte den nordirischen Premierminister.

Die Parteien im Einzelnen (geordnet nach Stärke, dann nach Beitrittsdatum zur Fraktion und schließlich nach dem Landesnamen):

  • Konservative Partei (Conservative Party, Vereinigtes Königreich). 18 Sitze. In ECR-Fraktion seit 22.06.09. Europapartei AECR. Traditionelle britische Partei, führt seit 2010 wieder die britische Regierung (Premierminister bis 2016 David Cameron, seitdem Theresa May). Bis 2015 koalierten die Konservativen mit den Liberalen (LibDem). Bei den Unterhauswahlen am 7.5.15 errangen die Konservativen 331 von 650 Sitzen und können seitdem allein regieren.
    Bei der Europawahl 2015 errangen die Konservativen 19 Sitze. Im Januar 2015 erhielten sie Zuwachs, als mit Amjad Bashir einer der bis dahin 24 UKIP-Abgeordneten aus seiner Partei ausgeschlossen wurde und zu den Konservativen übertrat.Im Februar 2018 wechselten dann allerdings zwei Brexit-kritische Abgeordnete, Richard Ashworth und Julie Girling, zur EVP-Fraktion.
  • Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość, PiS, Polen). 15 Sitze. In EKR-Fraktion seit 22.06.09. Europapartei AECR. 2001 von den Zwillingsbrüdern Kaczyński gegründet. Führte die polnische Regierung 2005-07 und seit 2015 (absolute Mehrheit in beiden Häuser des polnischen Parlaments). Stellte den direkt gewählten polnischen Präsidenten von 2005 bis zum Unglück von Smolensk 2010, sowie seit 2015.
    Am 10. Mai 2015 (1. Runde, 34,8%) und 24. Mai 2015 (Stichwahl, 53%) gewann der PiS-Europaabgeordnete Andrzej Duda (43 Jahre alt) überraschend die polnische Präsidentschaftswahl gegen den Amtsinhaber Bronisław Komorowski (1. Runde 33,8%). PiS stellt damit (momentan als einzige EKR-Partei) das direkt gewählte Staatsoberhaupt ihres Landes. Am 25. Oktober 2015 gewann PiS zudem die absolute Mehrheit in Sejm und Senat.
    Von den 19 über die Liste von „Recht und Gerechtigkeit“ gewählten Europaabgeordneten gehörten damals nur 17 der Partei an (hinzu kamen der ehemalige polnische Sejmmarschall =Parlamentspräsident Marek Jurek von der Partei Rechter Flügel der Republik = Prawica Rzeczypospolitej, und der unabhängige Abgeordnete Mirosław Piotrowski). Zdzisław Krasnodębski und Kazimierz Michał Ujazdowski verließen die PiS jedoch, und letzterer verließ am 13. April auch die EKR.
  • Neu-Flämische Allianz (Nieuw-Vlaamse Alliantie, N-VA, Belgien). 4 Sitze. In EKR-Fraktion seit 18.06.14, vorher Greens/EFA. Europapartei EFA. Tritt für die Unabhängigkeit Flanderns von Belgien ein. Entstand aus der Volksunie (VU). Im Gegensatz zum stark rechtsorientierten Vlaams Blok (seit 2004 Vlaams Belang) stand die VU für einen „humanitären Nationalismus“, litt aber zuletzt unter niedrigen Stimmanteilen und internen Streitigkeiten. Nach der Spaltung der VU 2001 bildete der konservativere Flügel die N-VA (während der eher links-liberale Flügel überwiegend in den flämischen Grünen aufging. Auch die N-VA war bis 2014 im Europaparlament Teil der Grünen-Fraktion). 2003 scheiterte die N-VA bei den belgischen Parlamentswahlen zunächst fast überall an der (auf Provinzebene geltenden) 5%-Hürde. Danach schloss sie ein Bündnis mit den flämischen Christdemokraten (bis dato Flanderns stärkste Partei) welches von 2004 bis 2008 Bestand hatte und bei allen Wahlen jeweils zur stärksten Liste in Flandern wurde. 2009, wieder eigenständig, wurde die N-VA bei den flämischen Parlamentswahlen fünft-stärkste Partei, ist seitdem jedoch durchgehend an der flämischen Regierung beteiligt. Nur ein Jahr später, bei den belgischen Parlamentswahlen 2010, stieg die N-VA zur stärksten Partei Flanderns und Belgiens auf. Anm.: Alle großen Parteien Belgiens treten entweder nur im flämischen oder nur im französischsprachigen (einschließlich des zu Wallonien gehörenden kleinen deutschsprachigen) Landesteil an. Sprachübergreifende Wahlbündnisse und gesamt-belgische Parteien existieren zwar, aber spielen in der Regel kaum eine Rolle. Es wurde dennoch (nach 541 Tagen Regierungsbildung!) eine belgische Regierung ohne die N-VA gebildet. Bei den belgischen Parlamentswahlen am 25.5.2014 baute die N-VA ihren Stimmanteil nochmals aus (32% in Flandern, damit 20% in Belgien). Jetzt ging es nicht mehr wirklich ohne sie. Am 7. Oktober 2014 einigte sich die N-VA mit den flämischen Christdemokraten sowie mit den flämischen und französischsprachigen Liberalen auf die Bildung einer neuen belgischen Regierung. Diese ist für belgische Verhältnisse ungewöhnlich stark flämisch dominiert (als kleinen Ausgleich durften die französischsprachigen Liberalen, obwohl kleinste Partei der Koalition, den Ministerpräsidenten stellen. Charles Michel war bei Amtsantritt lediglich 38 Jahre alt und damit der jüngste belgische Regierungschef). Sie wurde zudem bei den am gleichen Tag abgehaltenen Regionalwahlen nun mit 35% auch stärkste Kraft im flämischen Parlament, bildete eine Regierung gemeinsam mit Christdemokraten und Liberalen und stellt mit Geert Bourgeois erstmals den flämischen Ministerpräsidenten.
  • Unabhängige deutsche Abgeordnete4 Sitze. Neu im Europaparlament, in EKR-Fraktion seit 12.06.14 (damals noch als Mitglieder der 7köpfigen Gruppe der AfD). Im Juli 2015 verließ AfD-Gründer und MdEP Bernd Lucke seine Partei und gründete die Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA). Ihm folgten Hans-Olaf HenkelBernd KölmelUlrike Trebesius und Joachim Starbatty. Im Spetember 2018 kam es jedoch zu einem Zerwürfnis mit Bernd Lucke. Infolge dessen verließen die 4 Genannten die Lucke-Partei (welche seit November 2016 den Namen Liberal-Konservative Reformer (LKR) trägt) und sind nun parteilose Fraktionsmitglieder.
  • Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti, DF, Dänemark). 3 Sitze (ursprünglich 4, Rikke Karlsson trat jedoch am 19.10.15 aus der DF un im Februar 2018 auch aus der EKR aus). In EKR-Fraktion seit 04.06.14, vorher EFD. Seit 1998 im dänischen Parlament, bis 2012 von Pia Kjærsgaard angeführt. Dezidiert islam- und einwanderungskritisch, gilt als rechtspopulistisch. Bisher stets Oppositionspartei, stützte jedoch bereits 2001-11 eine liberal-konservative Minderheitsregierung. Bei der Folketingswahl am 18. Juni 2015 gewann die DVP 8,8 Prozentpunkte hinzu und wurde mit 21,1% zweitstärkste Partei Dänemarks. Seither stützen die DVP und zwei weitere Parteien  (Liberale Allianz 7,5% und Konservative Volkspartei 3,4%) die nur von der liberalen Venstre (19,5%) gebildete dänische Minderheitsregierung unter Lars Løkke Rasmussen.
  • Demokratische Bürgerpartei (Občanská demokratická strana, ODS, Tschechische Republik). 2 Sitze. In ECR-Fraktion seit 22.06.09. Europapartei AECR. Von 1993 (Unabhängigkeit Tschechiens) bis 2013 eine der beiden dominierenden Parteien. Stellte 1993-1998, 2006-2009 und 2010-2013 den Ministerpräsidenten, und 2003-13 den Präsidenten (Václav Klaus). Bei der Abgeordnetenhauswahl 2013 stürzte die ODS dramatisch ab (von 20,2% auf 7,7%), war nur noch fünftgrößte Fraktion, und ging in die Opposition Bei der Abgeordnetenhauswahl 2017 wurde sie mit nur 11,3% wieder zweitstärkste Kraft (aufrund dramatischer Abstürze von Sozialdemokraten, Kommunisten und der Mitte-Rechts-Partei TOP09).
  • „Die Finnen“ (Perussuomalaiset/Sannfinländarna, PS/Sannf, Finnland). 2 Sitze. In ECR-Fraktion seit 04.06.14, vorher EFD. Europapartei MELD. Gilt als rechtspopulistisch Seit 1999 im finnischen Parlament. Zunächst Kleinpartei. 2011 wurden die „Finnen“ jedoch mit 19,1% drittstärkste Kraft, und 2015 trotz leichten Abfalls auf 17,7% sogar zweitstärkste Partei hinsichtlich der Anzahl Sitze im finnischen Parlament. Nach der Wahl bildeten die drei stärksten finnischen Parteien (Zentrum, „Finnen“ und Nationale Sammlung) eine Koalition. Timo Soini, Vorsitzender der „Finnen“, wurde zum stellvertretenden Ministerpräsidenten und zum Außenminister Finnlands ernannt. Im März 2017 verzichtete Timo Soini auf eine Wiederwahl zum Parteivorsitzenden. Diese gewann Jussi Halla-aho, der in der Vergangenheit wegen islamfeindlichen Beiträgen auf seinem Blog aufgefallen war und 2012 deshalb zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Nach der Wahl erklärte der finnische Ministerpräsident Juha Sipilä, dass er sich keine Fortsetzung der Koalition mit den „Finnen“ vorstellen könne. Um die Regierungskoalition nicht zum Scheitern zu bringen, bildeten zwanzig Parlamentsabgeordnete am 13. Juni 2017, darunter alle Kabinettsmitglieder einschließlich Timo Soini, eine eigene Parlamentsfraktion namens Neue Alternative, aus welcher später die Partei Blaue Zukunft hervorging. Die beiden Europaabgeordneten (einer davon ist Halla-aho, deessen Wahl die Spaltung auslöste) blieben jedoch den „Finnen“ treu, welche im finnischen Parlament nur noch die fünftstärkste Fraktion bilden.
    Der finnische Parteiname bedeutet wörtlich Grund- oder Basisfinnen, und der schwedische Name „Wahre Finnen“. Diese Übersetzung wird häufig in den deutschen Medien verwendet. Offiziell verwendet die Partei international jedoch die Bezeichnung „Finns Party“.
  • Unabhängige polnische Abgeordnete. 2 Sitze. Mirosław Piotrowski).gehörte der PiS von vornherein nicht an, sondern wurde lediglich über deren Liste gewählt. Individuell gehört er zur Europapartei ACRE  Zdzisław Krasnodębski verließ PiS.
  • Richtung Italien Direzione Italia (Italien). 2 Sitze. Erst nach der Europawahl gegründet. in ECR-Fraktion seit 19.5.15. Raffaele Fitto , ehemaliger Präsident der Region Apulien (2000-05) und zeitweise Minister für Regionale Angelegenheiten unter Berlusconi (2006-11), zog am 22.5.14 als einer von 13 Abgeordneten der Berlusconi-Partei Forza Italia neu ins Europaparlament ein. Im April 2015 brach Fitto jedoch mit Forza Italia und gründete die Bewegung „Oltre con Fitto“ (Weiter voran mit Fitto), welche bei den Regionalwahlen in Apulien am 31.5.15 4 Sitze erhielt (der von „Oltre“ unterstützte apulische Präsidentschaftskandidat scheiterte jedoch ebenso wie der Kandidat von Forza Italia). Am 17.5.15 verließ Fitto Forza Italia endgültig, und gründete gemeinsam mit mehreren Abgeordneten beider italienischer Parlamentskammern (Abgeordnetenhaus und Senat) die Partei  Conservatori e Riformisti (CR, Konservative und Reformer, also genau wie die EKR-Fraktion benannt). Am 7.7.15 trat der Europaparlamentarier Remo Sernagiotto ebenfalls von Forza Italia zur Partei Conservatori e Riformisti und zur EKR-Fraktion über. Im Januar 2017 vereinigte sich CR mit mehreren Kleinparteien zur Direzione Italia (DI). Im den beiden italienischen Parlamentskammern hatte die DI vor den Wahlen 2018 7 (Senat) bzw. 11 Sitze (Abgeordnetenhaus), überwiegend durch Übertritte von Forza Italia. Vor den Parlamentswahlen am 4. März 2018 schloss sich DI dem christdemokratisch-zentristischen Bündnis Noi con l’Italia an, welches im Abgeordnetenhaus 4 Sitze erhielt, von denen einer durch die DI eingenommen wurde. Im Senat ist DI nicht mehr vertreten.
  • Nationale Allianz „Alles für Lettland“—„Für Vaterland und Freiheit/Lettische Nationale Unabhängigkeitsbewegung“ (Nacionālā apvienība „Visu Latvijai!” – „Tēvzemei un Brīvībai/LNNK”, NA, Lettland). 1 Sitz. In EKR-Fraktion seit 22.06.09. Europapartei AECR. Gegründet 2011 durch Vereinigung zweier Vorgängerparteien. Gegenwärtig (letzte Wahlen 2011) viertstärkste Partei im lettischen Parlament, an der Regierung beteiligt.
  • ChristenUnion (ChristenUnie, CU, Niederlande). 1 Sitz. In EKR-Fraktion seit 22.06.09. Europapartei ECPM. Gegründet 2001 durch Fusion. 2007-10 Regierungsbeteiligung, seitdem Opposition. Fundamental-calvinistisch.
  • Rechter Flügel der Republik (Prawica Rzeczypospolitej, Polen). 1 Sitze. In EKR-Fraktion seit 22.06.09.  Marek Jurek, der ehemalige polnische Sejmmarschall (Parlamentspräsident) Polens gehörte dieser Partei bereits zum Zeitpunkt der Europawahl an, wurde jedoch über die Liste der PiS gewählt. Individuell gehört er zur Europapartei ECPM.
  • Ulster Unionist Party (UUP, Vereinigtes Königreich). 1 Sitz. In ECR-Fraktion seit 22.06.09. Europapartei AECR. Protestantisch-unionistisch, ehemals stärkste Partei Nordirlands. Während der Selbstverwaltung (1921-1972) stets mit absoluter Mehrheit im nach dem Mehrheitswahlrecht gewählten nordirischen Parlament. Auch 1998 (erste Wahl zur Northern Ireland Assembly) noch größte Partei, stellte mit Friedensnobelpreisträger David Trimble den Ersten Minister bis 2002 (erneute Suspendierung der Selbstverwaltung). Bei den Wahlen 2003 wurde sie jedoch von der radikaleren protestantisch-unionstischen DUP (welche seit der Wiederherstellung der Selbstverwaltung 2007 den Ersten Minister stellt) überholt. 2010 ging zudem der damals einzige UUP-Sitz im Unterhaus verloren. Seit 2011 ist die UUP nur noch drittstärkste Partei Nordirlands (nach DUP und der katholisch-republikanischen Sinn Féin). Bei den Unterhauswahlen am 7.5.15 gewann die UUP 2 Sitze , und zog somit wieder ins Parlament des Vereinigten Königreichs (Unterhaus) ein (einen Sitz gewann sie von der DUP, den anderen von Sinn Féin, dank eines Wahlbündnisses mit der DUP im entsprechenden Wahlkreis). Am 30. August 2015 erklärte die UUP ihren Austritt aus der nordirischen Regierung. Die UUP könne nicht mit Sinn Féin zusammen in einer Regierung vertreten sein, solange die Provisional IRA, deren Existenz von Sinn Féin bestritten wird, weiterhin Mordanschläge durchführe. Im Vorfeld des Brexit-Referendums am 23. Juni 2016 empfahl die UUP ihren Wählern, für den Verbleib in der EU zu stimmen (genau wie die irisch-nationalistischen Parteien. Der protestantische Rivale DUP  hingegen favorisierte einen Austritt). Tatsächlich stimmte eine Mehrheit der Nordiren insgesamt, und auch die Mehrheit in einigen traditionell protestantisch dominierten Wahlkreisen, gegen den Brexit. In Wahlerfolgen für die UUP resultierte diese Pro-Remain-Stimmung jedoch nicht: Bei der  Wahl zur Nordirland-Versammlung 2017 wurde die UUP nach Mandaten nur viertstärkste Partei (nach DUP, SF und der katholisch-republikanisch-sozialemokratischen SDLP), und bei den Unterhauswahlen am 8.6.17 gingen beide Sitze im Parlament des Vereinigten Königreichs (Unterhaus) verloren (je einer an DUP und SF).
  • Wahlaktion der Polen Litauens (Lietuvos lenkų rinkimų akcija/Akcja Wyborcza Polaków na Litwie, AWPL, Litauen). 1 Sitz. In EKR-Fraktion seit 23.06.09. Europapartei AECR. Polen bilden knapp 7 % der Bevölkerung Litauens, mit Konzentration im Südosten (16,5% in der bis 1939 zu Polen gehörenden Hauptstadt Vilnius, 52,1 % im Umland). Trotzdem verfügt die polnische Sprache über keinerlei offizielle Stellung in Litauen, zweisprachige Straßenschilder oder Ladenbeschriftungen sind illegal. Die AWPL besteht in der heutigen Form seit 1994, und ist durchgängig als Oppositionspartei im litauischen Parlament vertreten (zunächst nur mit direkt gewählten Abgeordneten. 2012 erstmalige Überwindung der 5%-Hürde, 8 Sitze).
  • Kroatische Konservative Partei (Hrvatska Konzervativna Stranka, Kroatien). 1 Sitz (Parteigründerin  Ruža Tomašić). Europapartei AECR. Tomašić zog bereits am 14.4.2013 (Wahl nur im EU-Neumitgliedsland Kroatien) ins Europaparlament ein und wurde am 1.7.2013 Mitglied der EKR-Fraktion. Am 22.5.2014 verteidigte sie ihren Sitz. Gewählt wurde sie 2013 und 2014 allerdings für die Kroatische Partei des Rechts Dr. Ante Starčević (Hrvatska stranka prava dr. Ante Starčević, benannt nach dem nationalistischen und antiklerikalen Autor und Politiker Ante Starčević, 1823–1896. Diese Partei war eine 2009 ebenfalls durch Ruža Tomašić gegründete Abspaltung der seitdem fast bedeutungslosen Kroatischen Partei des Rechts). Tomašić verließ ihre Partei jedoch am 3. November 2014, und gründete am 17. Januar 2015 die Kroatische Konservative Partei, welche bisher noch nicht zu Wahlen antrat.
  • Freie Wähler. 1 Sitz in der EKR-Fraktion (und zudem 1 Sitz in der liberalen ALDE-Fraktion). Neu im Europaparlament, in EKR-Fraktion seit 04.06.14 (Arne Gericke). Arne Gericke zog zur Europawahl 2014 als einziger Abgeordneter der  Familien-Partei Deutschlands ins Europaparlament ein. Gegründet 1981. Vor der Europawahl 2014 gelang dieser 1981 gegründeten Partei lediglich der Einzug in Kommunalparlamente, insbesondere im Saarland (der 2011 direkt gewählte Oberbürgermeister von St. Ingbert gehört der Partei an). Im März 2016 beantragte Gericke den Ausschluss der beiden verbliebenen AfD-Abgeordneten aus der EKR-Fraktion, der dann im Fall von Marcus Pretzell im April erfolgte (Beatrix von Storch kam ihm durch Austritt zuvor). Auf dem Bundesparteitag im November 2016 wurde Gericke zum neuen Bundesvorsitzenden der Familien-Partei gewählt. Am 9. Mai 2017 gab Gericke den Übertritt zur Partei FREIE WÄHLER bekannt. Diese war 2014 bereits mit einer Abgeordneten regulär ins Europaparlament eingezogen (Ulrike Müller) und darauf der liberalen ALDE-Fraktion sowie der Europäischen Demokratischen Partei (EDP) beigetreten. Gericke schloss sich beidem jedoch nicht an, sondern blieb auch nach seinem Übertritt zu den Freien Wählern Mitglied der EKR-Fraktion sowie der Europäischen Christlichen Politischen Bewegung (ECPM), welcher er sich individuell angeschlossen hatte (die Familien-Partei gehört keiner Europapartei an). Außer im Europaparlament sind die Freien Wähler im bayrischen Landtag (seit  2008) und in diversen Kommunalparlamenten vertreten, bei Bundestags- und bei anderen Landtagswahlen ware sie bislang erfolglos.
  • Liberal-Konservative Reformer (LKR, Deutschland). 1 Sitz (Bernd Lucke). Neu im Europaparlament, in EKR-Fraktion seit 12.06.14 (damals noch als Mitglied der 7köpfigen Gruppe der AfD). Die Europawahl 2014 war die erste erfolgreiche Wahlteilnahme der 2013 gegründeten AfD überhaupt (abgesehen von Kommunalwahlen. Seitdem war die AfD bei jeder Landtags- und Bundestagswahl erfolgreich). Im Juli 2015 traten mit Bernd Lucke, Hans-Olaf HenkelBernd KölmelUlrike Trebesius und Joachim Starbatty 5 der ursprünglich 7 AfD-Abgeordneten zur am 19. Juli 2015 neugegründeten Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA) über. ALFA nahm danach erfolglos an Landtagswahlen teil, ist jedoch durch Übertritte ehemaliger AfD-Abgeordneter in der Bürgerschaft von Bremen vertreten (zeitweilig 3 Sitze, jetzt nur noch 1). Auf kommunaler Ebene besitzt die Partei auch Abgeordnete, überwiegend durch Übertritte aus der AfD, seit den hessischen und danach den niedersächsischen Kommunalwahlen 2016 sowie den schleswig-holsteinischen Kommunalwahlen 2018 hat sie jedoch auch für ALFA bzw. LKR gewählte Abgeordnete. Die Verwendung des Akronyms ALFA wurde der Partei durch ein Gerichtsurteil vom Mai 2016 untersagt (es wurde bereits vom Verein Aktion Lebensrecht für Alle) genutzte. Darauf änderte die Partei m November 2016 ihren Namen in Liberal-Konservative Reformer (LKR). Die Partei trat am 18.3.2016 der Europapartei AECR bei verließ, diese jedoch Anfang 2017 wieder (zuvor hatten sie sich vergeblich um den Ausschluss der türkischen AKP aus der AECR bemüht). Ende Spetember 2018 verließen vier der fünf LKRler die Partei, seitdem ist Bernd Lucke ihr einziger MdEP.
  • Notis Marias (Griechenland), unabhängig. In ECR-Fraktion seit 04.06.14. Zog als einziger Abgeordneter der Partei Unabhängige Griechen (Ανεξάρτητοι Έλληνες, Anexartiti Ellines, ANEL) neu ins Europaparlament, verließ diese jedoch mittlerweile aus unbekannten Gründen.
    ANEL ist der Koalitionspartner von SYRIZA. ANEL wurde am 24. Februar 2012 vom Parlamentsabgeordneten (und seit 2015 Verteidigungsminister) Panos Kammenos gegründet. Dies geschah bewusst im Dorf Distomo, wo 1944 von der deutschen Waffen-SS ein Massaker verübt wurde. Kammenos hatte zuvor, aus Protest gegen das EU-Spardiktat, in einer Vertrauensabstimmung gegen die von PASOK (Sozialdemokraten) und Nea Dimokratia (ND, konservativ-liberal) gestützte Übergangsregierung gestimmt und wurde aus der ND-Fraktion ausgeschlossen. Der neuen Partei schlossen sich neun weitere ND- und ein PASOK-Abgeordneter an. Bei der Parlamentswahl am 6. Mai 2012 erhielt ANEL 10,6 % der Wählerstimmen und zog mit 33 Abgeordneten als viertstärkste Partei ins griechische Parlament ein. Bei der neuerlichen Wahl am 17. Juni 2012 fiel sie auf 7,5 %, blieb aber mit 20 Sitzen viertgrößte Fraktion. Bei den Europawahlen am 22. Mai 2014 erreichte sie mit 3,5% ihren Tiefpunkt. Seit den Parlamentswahlen vom 25. Januar 2015/20. September 2015 ist ANEL mit 4,8%/3,7% und 13/10 Sitzen nur noch sechst/siebentstärkste Partei, aber als einziger Koalitionspartner in der SYRIZA-geführten griechischen Regierung.
  • Gewöhnliche Leute (Obyčajní Ľudia, OĽaNO, Slowakei). 1 Sitz. Neu im Europaparlament, in ECR-Fraktion seit 04.06.14. Gegründet 2011 durch Abspaltung von der liberalen SAS (siehe unten). Wurde bei der Nationalratswahl 2012 mit 8,6% zur drittstärksten Partei, und konnte dieses Ergebnis bei der folgenden Nationalratswahl 2016 mit 11,0% (im Bündnis mit NOVA, siehe unten) nochmals ausbauen. Blieb jedoch Oppositionspartei.
  • Neue Mehrheit (Nová väčšina, NOVA, Slowakei). 1 Sitz. Neu im Europaparlament, in ECR-Fraktion seit 04.06.14. Die Europawahl stellte die erste und bisher auch einzige eigenständige Wahlteilnahme dar. Im slowakischen Nationalrat war NOVA bis 2016 durch Übertritte vertreten (gegründet 2012 durch zwei christdemokratische Abgeordnete, 2013 verstärkt durch 5 liberale Abgeordnete). Bei der Nationalratswahl 2016 verbündete sich NOVA mit OĽaNO, die gemeinsame Liste holte 11,0%. Blieb Oppositionspartei.
  • Reload Bulgaria (Презареди България, Prezaredi Balgariya, BBZ, Bulgarien). 1 Sitz (Parteigründer Nikolaj Barekow). Neu im Europaparlament, in EKR-Fraktion seit 12.06.14. Gegründet am 25. Januar 2014 vom ehemaligen Fernsehmoderator Nikolaj Barekow als „Bulgarien ohne Zensur“ (BBZ), welcher zuvor eine Fernsehsendung gleichen Namens moderierte.  Die Europawahl stellte die erste Wahlteilnahme dar. Hier kandidierte BBZ in einer Listenverbindung gemeinsam mit der Partei IMRO (siehe unten). Diese Verbindung erhielt 10,7% der Stimmen und zwei Sitze (je einen für BBZ und IMRO, letzterer trat am 24.06.14 ebenfalls der EKR-Fraktion bei). Danach wurde diese Allianz jedoch gelöst. BBZ kandidierte zu den bulgarischen Parlamentswahlen am 5.10.14 gemeinsam mit der kleinen aber reichen Partei LIDER, das Bündnis erhielt 5,7% der Stimmen und 15 Sitze. Zur Parlamentswahl 2017 verzichtete die mittlerweile in Reload Bulgaria umbenannte Partei auf einen erneuten Antritt.
  • Reformierte Politische Partei (Staatkundig Gereformeerde Partij, SGP , Niederlande). 1 Sitz. In EKR-Fraktion seit 16.06.14, vorher EFD. Europapartei ECPM. Älteste noch aktive Partei der Niederlande, 1918 gegründet, seit 1922 durchgehend im Parlament, stets Opposition. Fundamental-calvinistisch, Webseite wird sonntags abgestellt, bis 2006 keine Mitgliedschaft von Frauen. Bei den Parlamentswahlen 2017 2,1%, beste Ergebnisse im sogenannten niederländischen Bibelstreifen (über 50% in Urk).
  • Brian Crowley (Irland), unabhängig. In ECR-Fraktion seit 23.06.14, vorher ALDE. Brian Crowley war der einzige Europaabgeordnete der traditionellen irischen Partei Fianna Fáil, welche (wie die FDP) der Europapartei „Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE)“ sowie der gleichnamigen Europaparlaments-Fraktion angehört(e). Nach der Europawahl 2014 entschloss sich Crowley einseitig zum Übertritt in die ECR-Fraktion und gilt deshalb offiziell nicht mehr als Vertreter von Fianna Fáil.
    Fianna Fáil ist seit 1927 eine der beiden großen irischen Parteien, von 1932 bis 2011 war sie fast durchgehend (insgesamt nur 19 Jahre Unterbrechung) an der irischen Regierung beteiligt. Auch die irischen Präsidentschaftswahlen wurden mit einer Ausnahme (1990) stets vom durch Fianna Fáil nominierten Kandidaten gewonnen. Bei den Parlamentswahlen im Februar 2011 fiel Fianna Fáil erstmals auf den dritten Platz zurück (hinter die andere traditionelle Partei Fine Gael und die sozialdemokratische Labour Party), ging in die Opposition, und verzichtete bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober 2011 auf die Nominierung eines eigenen Kandidaten. Der Name der Partei wird gewöhnlich mit „Soldaten des Schicksals“ übersetzt.
  • IMRO – Bulgarische Nationale Bewegung (ВМРО – Българско национално движение, WMRO – Balgarsko nazionalno dwischenie, Bulgarien). 1 Sitz. Neu im Europaparlament, in ECR-Fraktion seit 24.06.14. Gegründet 1990 (zunächst als Verein, seit 1999 als Partei), versteht sich als Nachfolgeorganisation der Inneren Mazedonischen Revolutionären Organisation (IMRO) und tritt u.a. für eine Vereinigung Bulgariens und Mazedoniens zu einem Groß-Bulgarien ein. Zog 2005 erstmals (im Rahmen eines Wahlbündnisses) ins bulgarische Parlament ein, verfehlte 2009 jedoch (mittlerweile in einem anderen Bündnis) den Wiedereinzug. Zur Europawahl 2014 kandidierte IMRO in einer Listenverbindung gemeinsam mit der Partei Bulgarien ohne Zensur (BBZ, siehe oben). Diese Verbindung erhielt 10,7% der Stimmen und zwei Sitze (je einen für BBZ und IMRO, ersterer trat schon am 12.06.14 der ECR-Fraktion bei). Danach wurde diese Allianz jedoch gelöst. IMRO kandidierte zu den bulgarischen Parlamentswahlen am 5.10.14 gemeinsam mit mehreren anderen rechtsgerichteten Parteien, das Bündnis Patriotsche Front erhielt 7,3% der Stimmen und 18 Sitze. Zur Parlamentswahl 2017 erhielt das Bündnis Vereinigte Patrioten, wozu außer IMRO noch NFSB und Ataka gehören, 9,1% und 27 Sitze, von denen 11 an IMRO gingen.
  • Freiheit und Solidarität (Sloboda a Solidarita, SaS, Slowakei). 1 Sitz (Parteigründer Richard Sulík). Neu im Europaparlament. Zunächst Beitritt zur liberalen FraktionAllianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE)“, in ECR-Fraktion seit 08.10.14. Die SaS wurde 2009 gegründet und zog im Jahr daruf ins solowakische Parlamet und (als eine von vier Koalitionsparteien) in die Regierung. Ende 2011 sollte die Slowakei, als letztes Euro-Mitgliedsland, über den Euro-Rettungsschirm abstimmen. Die slowakische Regierung verknüpfte die Parlamentsabstimmung mit der Vertrauensfrage – und scheiterte, weil sich die SaS gemeinsam mit den oppositionellen Sozialdemokraten (Smer-SD) enthielt. Die SaS sah keinen Sinn darin, dass die Slowakei dem wesentlich reicheren und (was Staatsausgaben betrifft) großzügigeren Griechenland beistehen müsse. Smer-SD hingegen ging es um den Sturz der Regierung  Im weiteren Verlauf stimmte die Slowakei mit Hilfe von Smer-SD dem Euro-Rettungsschirm dann doch zu. In den vorgezogenen Parlamentswahlen am 10. März 2012 errang Smer-SD die absolute Mehrheit, während SaS die Hälfte ihrer Sitze (11 von 22) verlor und auf nur 5,9% kam. Dies hatte jedoch auch mit dem eigenständigen Antreten der Partei OĽaNO (Gewöhnliche Leute und unabhängige Personen, siehe oben) zu tun, welche ihrerseits 8,5% der Stimmen und 16 Sitze errang (bei den vorigen Parlamentswahlen im Jahr 2010 kandidierten OĽaNO-Mitglieder auf den Listen der SaS).  SaS, OĽaNO und die Ende 2012 gegründete slowakische Partei NOVA zogen im Jahr 2014 erstmals mit je einem Abgeordneten ins Europaparlament ein. Die Vertreter von OĽaNO und NOVA traten direkt der EKR-Fraktion bei. Richard Sulík und damit die SaS folgten am 8.10.14. Bei der Nationalratswahl 2016, welche einen deutlichen Rechtsrutsch brachte, verdoppelte SaS seinen Stimmanteil wieder und stieg auf 12,1% (OĽaNO konnte, im Bündnis mit NOVA, ebenfalls zulegen und kam auf mit 11,0%) SaS blieb jedoch Oppositionspartei (OĽaNO-NOVA ebenfalls).
  • M10. (Rumänien). 1 Sitz (Parteigründerin Monica Macovei). Erst am 3.6.15 gegründet, in EKR-Fraktion seit 27.10.15, vorher EVP. Monica Macovei ist Juristin und Menschenrechtsaktivistin  Ihre politische Karriere begann u.a. mit dem Kampf für die Rechte von Homosexuellen. Sie hatte aktiven Anteil an der 2001 erfolgten Abschaffung des rumänischen Artikels 200 , einem der letzten Gesetze in Europa welches Homosexuelle diskriminierte. Ansonsten lag einer ihrer politische Schwerpunkte auf dem Kampf gegen die Korruption. Macovei amtierte ab 2004 als rumänische Justizministerin. Im Februar 2007 forderte der rumänischen Senat mehrheitlich ihren Rücktritt, sie blieb jedoch dank Rückendeckung des Ministerpräsidenten als auch der Europäischen Union noch bis April 2007 im Amt. Sie musste dann letztendlich doch zurücktreten. Grund war ein Konflikt zwischen dem der National-Liberalen Partei (NLP) angehörenden Ministerpräsidenten und der Demokratische Partei, welche Macovei 2004 als Justizministerin nominierte. Danach arbeitete sie bis 2009 als Anti-Korruptions-Beraterin der mazedonischen Regierung. 2009 wurde Macovei Mitglied der Demokratisch-Liberalen Partei (DLP). Diese entstand im Dezember 2007 durch Fusion der Demokratischen Partei sowie der Liberal-Demokratischen Partei, einer ein Jahr zuvor (Dezember 2006) gebildeten Abspaltung der NLP. Macovei wurde 2009 und erneut 2014 über die Liste der DLP ins Europaparlament gewählt. Am 17. November 2014 schloss sich die DLP als Ganzes jedoch wieder der NLP an (einen Tag zuvor gewann der gemeinsame Kandidat beider Parteien, Klaus Iohannis, überraschend die Stichwahl der rumänischen Präsidentschaftswahlen). Monica Macovei lehnte die geplanten Parteienfusion jedoch ab, verließ die DLP bereits im Vorfeld und kandidierte als unabhängige Kandidatin bei der Präsidentschaftswahl. Sie erhielt 4.4% der Stimmen im ersten Wahlgang (Platz 5), beste Ergebnisse erzielte sie in der Hauptstadt Bukarest (12%) sowie unter den Auslands-Rumänen (15%). Macovei gründete am 3.6.15 die neue Partei M10, und trat am 27.10.15 zur EKR-Fraktion über.
  • Solidaritätsbewegung (Κίνημα Αλληλεγγύη, Kinima Allileggyi, KA, Zypern). In EKR-Fraktion seit März 2016, vorher EVP (Theocharous). Eleni Theocharous ist eine von 6 zypriotischen Europaparlamentsabgeordneten, und erhielt 2014 einen der zwei von der Dimokratikos Synagermos (DISY)  gewonnenen Sitzen. DISY, wörtlich „Demokratischer Alarm“, oder Demokratische Versammlung, ist das zypriotische Vollmitglied der Europäischen Volkspartei (EVP). Theocharous war vor ihrer 2001 beginnenden politischen Kariere (2001-09 zypriotisches Abgeordnetenhaus, denn Europaparlament) als Ärztin und Hochschullehrerin tätig. Sie veröffentlichte zudem Gedichte und Kurzgeschichten in verschiedenen Literaturmagazinen, und erhielt dafür auch Auszeichnungen. Theocharous verließ DISY im November 2015, gründete im Januar 2016 die neue Partei Solidaritätsbewegung (KA), und wechselte im März 2016 zur EKR. Bei der zypriotischen Parlamentswahl 2016 erhielt KA 5,3% (3 Sitze).
  • Laurențiu Rebega. (Rumänien). 1 Sitz. In EKR-Fraktion seit 3.4.18, vorher ENF. Rebega wurde 2014 für die Partidul Conservator in das Europäische Parlament gewählt. Diese gehört zur sozialdemokratischen S&D-FraktionAm 15. Juli 2015 erklärte Rebega seinen Übertritt zur rechten Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit (ENF) und wurde sogar zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Am 2. März 2018 verließ er die Fraktion wieder und wechselte zum 3. April 2018 zur EKR.
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