NRW: Islamischer Religionsuntericht bleibt unter ministerialer Kontrolle

Der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland und der Zentralrat der Muslime in Deutschland sind auch weiterhin nicht als Religionsgemeinschaften anzusehen. So entschied heute (9. November 2017) das Oberverwaltungsgericht Münster (OVG). Praktisch bedeutet dies insbesondere, dass diese beiden Verbände auch künftig nicht das alleinige Gestaltungsrecht für den islamischen Religionsunterricht in NRW bekommen können (darum ging es nämlich). Die seit 2012 bestehende Lösung wird damit beibehalten (zumindest bis Ende der Befristung 2019). Sie sieht laut Gesetz (PDF, 143 KB) wie folgt aus: Der Inhalt des Islamischen Religionsunterrichts (IRU) wird durch einen 8-köpfigen Beirat festgelegt. 4 der 8 Mitglieder werden durch die islamischen Organisationen in NRW benannt (der Platz, welcher DITIB zusteht, ist derzeit vakant). Die anderen 4 benennt allerdings das Bildungsministerium „im Einvernehmen mit den islamischen Organisationen“, und zwar jeweils zwei „theologisch, religionspädagogisch oder islamwissenschaftlich qualifizierte muslimische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens“ und zwei „muslimische Religionsgelehrte“. Und die sind wohl der Stein des Anstoßes: Wenn die Islamverbände allein entscheiden könnten, säße insbesondere Mouhanad Khorchide mit Sicherheit nicht im Beirat. Ob Khorchides Islam-Interpretationen theologisch hieb- und stichfest sind, sei dahingestellt, aber politisch sind sie das kleinere Übel im Vergleich zu den konservativen Wertvorstellungen der Islamverbände, denen es wohl in erster Linie darum geht, den Schülern „Dienst nach Vorschrift“ beizubringen.

Wie wurde das Urteil nun aber begründet: Für Details muss man am besten in die Islamische Zeitung schauen. Diese informiert: Weiterlesen

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