NRW: Einsame Luckianer

Der Landesverband NRW der Liberal-Konservativen Reformer hatte bereits im März 2017 (noch vor der Saar-Wahl) die Reißleine gezogen: Keine Teilnahme an den Landtagswahlen in NRW. Ergebnisse im Promillebereich, wie sie sich dann im Saarland und in Schleswig-Holstein (je 0,2%) ergeben sollten, wollte man sich von vornherein ersparen. Und da mussten halt die verbliebenen Lucke-Anhänger zur Landtagswahl in NRW am 14.5.2017 darauf verzichten, trotzig ihre Stimme bei „einem der ihren“ zu machen.

In ganz NRW? Nein. Da war zum einen Ralph Wesse im Wahlkreis Rhein-Sieg-Kreis IV, der als einziger LKRler wenigstens seine Kandidatur um das Direktmandat durchzog. Ergebnis: 91 Stimmen (0,12%). Und der Mensch freut sich. Und dann gab es aber noch Walter Peters. Und der machte es deutlich besser. 2014 zog Peters als einziger AfD-Abgeordneter in den Kreistag Düren ein, 2015 trat er dann aus der AfD aus. Wie man von seiner Webseite erfährt, geschah dies aus Unmut über die Abwahl und den „Rauswurf“ von Prof. Dr. Bernd Lucke und anderen  Persönlichkeiten. Und um es kurz zu machen: Darauf beschränken sich die Referenzen von Walter Peters an Bernd Lucke auch schon. Denn der neuen Lucke-Partei trat Walter Peters eben nicht bei. Und auch jetzt im Wahlkampf präsentierte sich Peters in erster Linie als, Zitat, parteiFREIER Kandidat, und verzierte seinen Wahlkreis Düren I mit entsprechenden Plakaten (zudem war Walter Peters auch auf Facebook aktiv).

Und die Belohnung: 505 Stimmen, 0,73%. Nicht schlecht für jemanden, der ganz unten auf dem Stimmzettel steht und in der Presse kaum zu Wort kommt. Leider weiß man nicht (weil dies nicht erfasst wird), wem die Peters-Wähler ihre Zweitstimme gegeben haben. Soweit dies im Wahllokal bei der Auszählung verfolgt werden konnte, war so ziemlich alles von AfD über CDU bis zu den Grünen dabei.

Man kann über den Ansatz von Walter Peters und seiner generellen Verteufelung von Parteien sicher geteilter Meinung sein. Man kann fragen, was er dann als Einzelkämpfer im Kreistag Düren (wo er weiterhin sitzt) so erreicht hat, seine Webseite schweigt jedenfalls darüber. Aber trotzdem dürfte der Wahlkampf von Walter Peters den verbliebenen Luckianern (und natürlich auch anderen politisch Ambitionierten) eine Lehre sein: Vergesst die Verschleuderung eurer Energien in irgendwelchen Kleinparteien mit holprigem Namen, die außer eurem engen Kreis keiner kennt. Kommt entweder wieder in eine der „Großen“ (wenn sie euch lässt). Oder versucht es als Persönlichkeit. Klar, ein Landtags- oder gar Bundestagseinzug als Unabhängiger ist wohl unrealistisch, egal welche Taktik man verfolgt. Aber irgendwann sind auch wieder Kommunalwahlen.

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