We love Cologne

Am 1. April 2017 hat die AfD NRW wohl Freund und Feind gleichermaßen überrascht (und nicht jeder hat es gleich verstanden): Sie teilte mit dass die Bundesgeschäftsstelle der AfD nun das offizielle Motto des Bundesparteitags am 22. und 23. April 2017 in Köln bekanntgegeben habe: „We love Cologne“. Das allein erwische schon manche Leute auf dem falschen Fuß. Ein englischsprachiges Motto??? Roger Beckamp (Fraktionschef der AfD im Kölner Stadtrat und die Nummer 2 auf der Landtags-Wahlliste)  setzte dann auch gleich noch einen drauf und fungierte als Kopf einer innerparteilichen Opposition, welche stattdessen lieber das Motto „Wir lieben Köln“ hätte. Der eigentliche Gag (der vielen noch gar nicht auffiel) ist aber, dass auf dem zugehörigen Plakat das Wörtchen „love“ einfach durch den AfD-Pfeil transkribiert wurde. Und ja, man kann darin eine stilisierte Kombi aus l und v erkennen wollen, aber auch etwas anderes  … Von der AfD hätte man das wirklich am wenigsten erwartet, oder hat da etwa jemand die AfD-Webseiten gehackt?

Natürlich verarscht man damit ein wenig (und in liebenswürdiger Weise) die Kölner Homosexuellen-Szene, die ja auch gerne mit Anglizismen (ColognePride und so) und  Phallussymbolen um sich wirft, und deren Protagonisten sich natürlich an vorderster Front gegen den geplanten AfD-Parteitag engagieren. Wobei sich die AfD-Gegner gerade ihren eigenen Scherz leisten: „Köln stellt sich quer“ gegen „Köln gegen Rechts“. Volksfront von Judäa gegen Judäische Volksfront. Heumarkt gegen Neumarkt. Auf dem Heumarkt (direkt gegenüber dem Parteitags-Veranstaltungsort) hatte ursprünglich „Köln gegen rechts“ eine Demo angemeldet, aber dann kam „Köln stellt sich quer“ daher, gab eine höhere erwartete Teilnehmerzahl an, und bekam den Heumarkt zugesprochen (und Alter Markt und Roncalliplatz gleich noch dazu, also praktisch die komplette Altstadt zwischen Dom und Heumarkt).  „Köln gegen Rechts“ wurde stattdessen an die Peripherie auf den Neumarkt verbannt. Was denen gar nicht gefiel, sie wollen klagen. Denn natürlich sind „Köln gegen Rechts“ die wahren Helden, welche den AfD-Parteitag blockieren und verhindern wollen. „Köln stellt sich quer“, dieses Establishment-Bündnis, will sich trotz des Namens in Wahrheit gar nicht querstellen (faktisch stehen sie jetzt natürlich den Möchtegern-Parteitags-Blockierern in der Quere). Sondern einfach nur Kundgebung machen (böse Zungen behaupten dass sie eigentlich nur Hannelore Kraft und Cem Özdemir eine Wahlkampf-Bühne bieten wollen). Laut Kölner Stadtanzeiger: „Mit dem witzigen wie provokanten Motto Tanz die AfD – angelehnt an den mehr als 35 Jahre alten Hit Tanz den Mussolini der Band Deutsch-Amerikanische Freundschaft (DAF) – wird der Anlass der Demo mit einem positiven Ziel verbunden: Hass und Intoleranz setzt man ein Fest für Weltoffenheit und Solidarität entgegen“. Die DAF stand übrigens seinerzeit unter Faschismus-Verdacht, aber egal …(wird man in Köln dann auch diesen DAF-Songtext zu hören bekommen: „kebabträume in der mauerstadt … atatürk der neue herr … in jeder imbißstube ein spion …. deutschland, deutschland, alles ist vorbei ..“)

Aber wenn sich nun auch die AfD über das Parteitagsmotto zerstreitet, gäbe es doch für alle Seiten eine zufriedenstellende Lösung: “ Köln stellt sich quer“ demonstriert gegen „We love Cologne“ und „Köln gegen rechts“ blockiert derweil „Wir lieben Köln“. Dann weiß jeder, wo er hingehört. Kölle alaaf!

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Ein Gedanke zu „We love Cologne

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