EU-Parlament: Beatrix von Storch wechselt zur EFDD

AfD-Politiker sollen bis Ende März ihre Fraktion im EU-Parlament freiwillig verlassen, oder sich alternativ am 12. April 2016 einer Abstimmung über einen Zwangsausschluss aus der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) stellen müssen. So hieß es am 8. März 2016. Am selben Tag gaben sich die Betreffenden,  Beatrix von Storch und Marcus Pretzell, noch kämpferisch und optimistisch, dass dieser Rausschmiss-Versuch keine Mehrheit finden würde. Aber zumindest Beatrix von Storch hat es sich nun doch anders überlegt: Sie mag die Tories nicht, die Tories mögen sie nicht … also warum sich noch mit den blöden britischen Konservativen herumärgern, wenn man von der United Kingdom Independence Party (UKIP) mit Kusshand genommen wird? Somit traf Beatrix von Storch am 8.4.16 (genau einen Monat nach der Drohung) die Entscheidung: Tschüs EKR, hallo Europa der Freiheit und der direkten Demokratie (EFDD). Was ganz nebenbei den Vorteil hat, dass sie dann dem Lucke und seinen 4 ALFA-Gefolgsleuten auch nicht mehr über den Weg laufen muss (die gemeinsame Mitgliedschaft in der EKR-Fraktion war das letzte Bindeglied, was AfD und ALFA noch verband). Und es ist übrigens auch das erste Mal seit der Europawahl 2014 dass die EKR-Fraktion ein Mitglied verliert.

Von ihrem Europaparlaments-Kollegen und AfD-NRW-Landessprecher Marcus Pretzell gibt es noch keine Entscheidung oder Reaktion (ein Freund der Tories war er auch nie, aber zu UKIP auch eher reserviert …). Freuen dürfte sich aber in jedem Fall der andere AfD-NRW-Landessprecher  Martin E Renner. Was hat er gekämpft für die natürliche Partnerschaft zwischen AfD und UKIP (die beiden einzigen erfolgreichen Parteien Europas, deren explizites Gründungsmotiv die Kritik an der EU war. Bei UKIP sagt es ja schon der Name). Was hat er für Schelte dafür einstecken müssen, damals, als Bernd Lucke noch Bundessprecher und (ganz am Anfang) Alexander Dilger NRW-Landessprecher der AfD waren und beide das nicht gern sahen. Unvergessen sein Coup vom 27. März 2014 , als er Nigel Farage, Chef der United Kingdom Independence Party (UKIP), nach Köln holte (offizieller Veranstalter war die Junge Alternative NRW, denn sie war zu dem Zeitpunkt noch nicht als offizielle AfD-Jugendorganisation anerkannt und somit von Luckes Weisungen unabhängig). Marcus Pretzell (damals AfD-Bundesvorstands-Beisitzer) war auch dabei und hielt auch eine Vorrede, wahrte jedoch eine kritische Distanz zu Farage (Pretzell sah als Ziel der AfD eine Reform der EU, und nicht wie Farage den Austritt aus selbiger). Jetzt wächst endlich zusammen was aus Renner-Sicht definitiv zusammen gehört.

Wer ist denn außer UKIP (22 Sitze) noch in dieser Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie (EFDD)? Die andere dominierende Partei ist der italienische  MoVimento 5 Stelle (5-Sterne-Bewegung, 17 Sitze), definitiv auch eine sehr spezielle Partei. Gewissen Bekanntheitsgrad haben auch die Schwedendemokraten (2 Sitze). Und dann gibt es noch je einen Vertreter aus Tschechien, Frankreich, Litauen, Polen und jetzt eben auch Deutschland – Beatrix von Storch.

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2 Gedanken zu „EU-Parlament: Beatrix von Storch wechselt zur EFDD

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