Hat Köln etwas mit dem Islam zu tun?

Haben die massiven sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16 in Köln etwas mit dem Islam zu tun? Oder waren sie nur ein Ausbruch von religions-unabhängiger Notgeilheit? Auch das wäre dann eine durchaus voraussehbare Folge einer großzügigen Einladung ins deutsche Willkommens-Paradies, welcher aufgrund der unterwegs zu meisternden Schwierigkeiten überproportional viele junge Männer folgen. Aber spielt der Islam vielleicht auch eine Rolle?

Nun, um Gruppen eifriger Koranschülern handelte es sich bei den Täter von Köln wohl eher nicht, der teils erhebliche und ganz und gar unislamische Alkoholkonsum spricht dagegen. Und auch sexuelle Übergriffe fallen letztendlich unter das islamische Tabu von „Sex außerhalb der Ehe“ (welches allerdings nicht ausnahmslos gilt. Siehe zum Beispiel den Hadith Sahih Bukhari, Volumen 5, Buch 59, Nummer 459, welcher die Vergewaltigung weiblicher Kriegsgefangener erlaubt. Auch der Verkehr mit Sklavinnen und mit Prostituierten ist legal, letzterer ist aber nicht unbedingt eine empfohlene Handlung). So mancher mag versucht sein, hier als Lösungsweg anzubieten, den jungen Einwanderern endlich mal korrekten Islam beizubringen. Die Erfahrung, gerade der jüngsten Attentate in Paris zeigt allerdings, dass Muslime, welche sich längere Zeit auf „Abwegen“ befunden haben, sich dann gern für besondern radikale Islam-Interpretationen entscheiden um den Weg ins Paradies doch noch zu finden.

Man darf nicht übersehen dass es in Köln nicht nur um das Stillen sexueller Bedürfnisse ging, sondern auch oder überhaupt um eine Demonstration von Macht und Überlegenheit gegenüber einer fremden Gruppe (hier: der deutschen Mehrheitsgesellschaft). Hierfür braucht es nicht unbedingt Islam, siehe z.B. die Gangkriminalität in den USA, wo, wenn überhaupt, die Ethnie (weiß, schwarz, Latino etc.) eine Rolle spielt, Islam hingegen eher nicht. In Europa ist die Situation insofern etwas zu Ungunsten des Islam verschoben, als dass die uns nächstgelegenen Problemländer überwiegend dem islamischen Kulturkreis angehören, aber es gibt auch osteuropäische Bandenkriminalität, welche der Brutalität von Tätern aus islamischen Ländern nicht nachsteht.  Trotzdem ist es zur Entstehung von Gruppenkriminalität „hilfreich“ wenn man die „Anderen“ als „Kuffar“ (=Ungläubige) abqualifizieren kann. Und zumindest den Teil der islamischen Lehre haben auch viele Muslime verinnerlicht, welche es ansonsten mit den Geboten nicht so genau nehmen. Und sei es, weil ihnen ihre Eltern abgeraten haben, mit den Kuffarkindern zu spielen aus Sorge, dass ihre Sprösslinge versehentlich aus Schweinegelatine hergestellte Gummibärchen zu essen bekommen. OK, das betrift jetzt eher die Migranten der 2. und 3. Generation als die gerade aus praktisch 100% muslimischen Regionen wie Nordafrika frisch eingetroffenen Zuwanderer. Aber auch diese sind es gewöhnt, in Clan-Kategorien zu denken: „Ich gegen meinen Bruder, ich und mein Bruder gegen unsere Vettern, ich, meine Brüder und Vettern gegen die, die nicht mit uns verwandt sind, ich, mein Bruder, meine Vettern und Freunde gegen unsere Feinde im Dorf, sie alle und das ganze Dorf gegen das nächste Dorf“.

An dieser Stelle kann man einwenden: Das hat dann aber offenbar nichts mit dem Islam zu tun, denn auch die Leute aus dem nächsten Dorf sind ja immer noch Muslime. Und in der Tat gebührt wohl ausgerechnet dem Salafismus als strikteste Form des Islams das „Verdienst“, innerislamisch diese Clan- und Nationalitäten-Schranken durchbrochen zu haben. Trotzdem ist die Debatte wohl müßig. Ja, oben genannte Regeln galten bereits vor der Entstehung des Islams (und würden wohl auch noch weiter gelten falls die Muslime auf einmal wundersamerweise ihre Religion aufgeben würden). Aber der Islam entstand eben im Kontext dieser Stammesgesellschaft, und bewirkte insgesamt eher eine Konservierung als eine Durchbrechung dieser Regeln. Der Islam diente von Anfang an als politisches Mittel: teils zur Mediation zwischen den Stämmen, überwiegend aber zur Festigung und Ausweitung von Abhängigkeitsstrukturen. Der Aufbau des ersten islamischen Staatswesens begann damit, dass Mohammed nach Yathrib, dem heutige Medina, gerufen wurde, um dort zwischen den beiden verfeindeten Stämmen der Aus und der Chazradsch zu vermitteln. Auch die Exekution der männlichen Mitglieder des jüdischen Stammes der Quraiza hatte natürlich etwas mit dem Islam zu tun, setzte aber gleichzeitig vorislamische Regeln fort (die Quraiza waren den Aus bereits vor Annahme des Islams durch letztere zu unbedingter Loyalität verpflichtet. In der Grabenschlacht 627 unterstützten die Quraiza jedoch die angreifenden Mekkaner). Und später legte die islamische Gesellschaft zwar eine fulminante Expansion hin, und es gab wissenschaftlich-technische Neuerungen, teils von außen, teils von innen, aber gesellschaftspolitisch blieb man im 7. Jahrhundert u.Z. stehen. Eine Äquivalenz zum Zunft- und Gildewesen Europas, wo Personen unterschiedlicher Familien zusammenkamen und Regeln ggf. neu schrieben, bildete sich nie wirklich aus. Höchste Anerkennung genossen vielmehr die Familien- und Stammesältesten, welche die Regeln genau kannten und ein Auge über deren Einhaltung hatten. Nachahmung (Taqlid) ist das Gebot, Neuerung (Bid’a) ist Irreführung und Sünde.

Und zu diesen Regeln innerhalb (!) der eigenen Stammesgesellschaft gehört eben auch: Kein Sex außerhalb der Ehe (von den obenerwähnten Ausnahmen abgesehen). Und keine Ehe ohne Geld. Schließlich muss die ganze Nachbarschaft und die entlegenste Verwandtschaft tagelang durch die Familie des Bräutigams verköstigt werden. Damit ist die Ehe für die Männer des Prekariats der islamischen Gesellschaften unerreichbar fern. Und für viele Frauen eigentlich auch, mangels zahlungskräftiger Männer, trotzdem sind die Marktpreise nicht unbedingt gesunken. Somit hat der Zustand der Notgeilheit bei einem Großteil der Beteiligten von Köln wohl schon lange vor der Abreise nach Deutschland eingesetzt. Man erinnere sich an die ebenso abscheulichen Übergriffe gegen Frauen auf dem Midan Tahrir in Kairo während der ägyptischen Revolution.

Zusammengefasst: In gewissen Punkten spielte der muslimische kulturelle Hintergrund wohl eine Rolle, allerdings können ähnliche Probleme auch mit Einwanderergruppen aus anderen Kulturkreisen auftreten, vor allem dann wenn sie von jungen Männern aus dem Prekariat dominiert werden. Grundproblem ist letztendlich, dass die deutsche Gesellschaft teils bewusst unterlassen hat, um hier mehr Respekt einzufordern. Im Gegenteil, sie hat überdeutlich signalisiert: Von uns habt ihr nichts zu befürchten. Die Polizei kann nichts, und auch die Einheimischen werden sich nicht zusammentun und euch eine Tracht Prügel verabreichen. Im Gegenteil, die deutsche Gesellschaft reagiert eher hysterisch auf Pegida (egal wie man zu Pegida steht: ein fatales Signal. Es ging hier ja offenbar nicht nur darum dass man die Antworten von Pegida nicht mochte, sofern Pegida überhaupt welche gegeben hat. Nein, man wollte auch die kritischen Fragen nicht). Und Merkels Willkommenskultur signalisierte auch: Verbrechen lohnt sich. Unabdingbare Voraussetzung zur Aufnahme in Deutschland war das illegale Überqueren mindestens einer Grenze und ggf. das Vordrängeln um einen der besten Plätze für die Überfahrt. Und auch die teils erheblichen Kosten der Reise nach Deutschland (insbesondere Schlepper-Gebühren, aber auch Fahrt- und Verpflegungskosten im Allgemeinen, teils über Jahre) wurden in vielen Fällen sicher nicht nur aus Erspartem, Erarbeitetem und Erbetteltem aufgebracht. Die Idee, jeden reinzulassen der es irgendwie schafft, mag so wahnsinnig humanitär klingen, aber tatsächlich wurde hier ein Darwinscher Ausleseprozess in Gang gesetzt, und bewusst auch in Kauf genommen. Alternativ hätte man den Flüchtlingen ja einfach Flugtickets nach Deutschland anbieten können – aber um ohne künstliche Quoten die Zahlen zu beherrschen musste schon als natürliche Quote die Gefahr des Ertrinkens etc. eingebaut werden. Und Rechtstreue ist in diesem „Survival of the Fittest“ eher kein positiver Auslesefaktor (und die tatsächliche Betroffenheit von Krieg oder Verfolgung auch nicht).

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