FDP: Liberal und Spaß dabei

Mut (ägyptische Gottheit)

Totgesagte leben länger – selbst die FDP. Und ja, sie wurde zu früh abgeschrieben. Denn zwei essentielle Dinge hat sie nach wie vor – Geld und motivierte Mitglieder, sie musste halt nur etwas daraus machen. Bei den jüngsten Wahlen in Hamburg und Bremen kam der FDP auch das dortige Wahlrecht zu Hilfe, man hat aber auch auf die richtigen Kandidatinnen gesetzt, die eines deutlich vermittelt haben: Liberal sein kann Spaß machen. Und Spaß werden wir mit der FDP noch haben – vor allem wenn sie ihren neuen Slogan „German Mut“ bis zu den nächsten Wahlen durchzieht. Warum? Einfach mal das Wort „Mut“ im Urban Dictionary nachschlagen.

Wie auch immer: die meisten Wähler wollen in der Tat positive Botschaften. Selbst die Grünen, eigentlich die Vertreter der German Angst par excellence, garniert ihre Gräuelpropaganda vom Angriff der verstrahlten Chlorhühnchen immer auch mit positiven Botschaften, etwa mit glücklichen Bio-Hühnern. Den Bogen hat die Alternative für Deutschland noch nicht raus, im Gegenteil. Schon bei ihrem Kernthema wirbt die AfD ja offensiv mit der Furcht vor dem Euro-Kollaps (ohne angehängte positive Botschaft) und auch bei Themen wie TTIP, Fracking und lärmende Windräder scheint ein Teil der Partei, vor allem an der Basis, mit Freude auf den Angst-Zug aufspringen zu wollen (wenngleich es auch andere Positionen in der AfD gibt, vor allem der Europaabgeordnete Joachim Starbatty ist ausgesprochener TTIP-Befürworter).  Wie auch immer, mit „German Mut“ hat die FDP eine Marktlücke erkannt welche keine andere Parte momentan abdeckt (und die AfD schon gar nicht. Um nicht missverstanden zu werden: Sicher muss man gegen manche Dinge Widerstand leisten. Es kommt halt auf die richtige Mischung an).

Ansonsten werden wir die FDP an ihren Taten messen. Momentan ist sie natürlich außerstande, im Bundestag gegen zukünftige Eurorettungsschirme zu stimmen, aber wir werden sehen wie sie im Fall eines Falles außerparlamentarisch agiert. Auch wenn Christian Lindner jetzt den Gedanken akzeptiert dass ein Euro-Austritt bestimmter Länder unumgänglich sein könnte: Von einer Fundamentalkritik an bestimmten Baufehlern der europäischen Währungsunion ist die FDP weit entfernt. Fundamental kritisieren will man dann besser doch nicht, man will erst mal Spaß haben. In diesem Sinne: Fröhliches Kiffen!

PS zu „German Mut“: Das Wort „Angst“ ist in die englische Sprache eingegangen, weil diese der subtile Unterschied zwischen „Furcht“ und „Angst“ fehlt (ersteres bezieht sich eher auf konkrete Risiken, letzteres ist eher ein unbestimmtes Gefühl). Und auch der Begriff „German Angst“ ist sprichwörtlich geworden.

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