Alexander Dilgers Rücktritt

Seit gestern (21.10.13) ist es offiziell: Alexander Dilger, Sprecher des Landesverbands NRW der Alternative für Deutschland, erklärte seinen Rücktritt zum nächsten NRW-Landesparteitag (30. November und 1. Dezember 2013 in Arnsberg). Hintergrund sind demnach Rücktrittsforderungen von anderen Vorstandsmitgliedern, sowie auch verschiedene, von Alexander Dilger nicht mitgetragene, Vorstands-Mehrheitsentscheidungen. Alexander Dilgers Vorschlag, dass zum Landesparteitag der gesamte NRW-Vorstand zurücktreten sollte wurde von einem Teil der Vorstandsmitglieder nicht gefolgt. In anderen Landes- und auch Kreisverbänden (so auch hier bei uns in Düren, NRW) hingegen erfolgte sehr wohl ein Rücktritt, bzw. die Vorstands-Amtszeit wurde von vornherein begrenzt. Denn die Partei ist jung. Als die gegenwärtigen Vorstände gewählt wurden, stand das erste große gemeinsame Projekt (die Bundestagswahl) noch bevor, viele Mitglieder kannten einander gar nicht, und es war nicht absehbar ob und wie die Zusammenarbeit funktionieren würde. Nun, nach der Wahl, sind wir alle schlauer. Und den Mitgliedern, besonders auch den neu hinzugekommen, sollte natürlich Gelegenheit gegeben werden, die Erfahrungen auszuwerten. 

Auf Alexander Dilgers Blog trudeln die Kommentare ein, die Mehrzahl davon bedauert den Schritt findet ihn aber gleichzeitig mutig und folgerichtig. In der Tat hatte und hat Prof. Alexander Dilger zahlreiche Sympathien in der Partei, gerade weil er eben nicht in das Klischeebild passt, welches die Medien so gern von der Alternative für Deutschland zeichnen. Er würde (wenn es einen solchen gäbe) zum liberalen Flügel der AfD gehören, und wirkte als Gegenpol zu gewissen stockkonservativen Ansichten (die es in der AfD natürlich auch gibt). Er gab nie den arroganten Politprofi ab. Er wirkte vielmehr bei seinen Auftritten wie der besorgte Bürger, welcher eigentlich keine politische Karriere anstrebte aber in Anbetracht der persönlichen Verantwortung als Professor für Wirtschaftsökonomie sich jetzt einfach gezwungen sieht, Position zu ergreifen. Kurz: Er erschien als die ideale Person, um bei der Bundestagswahl in NRW die ersehnten 5 Prozent einzufahren.

Nur leider, es wurden keine 5 Prozent: NRW holte mit 3,9% das drittschlechteste Ergebnis auf Landesebene (nur der Flächenstaat Niedersachsen und das Mini-Land Bremen waren noch schlechter). Und da NRW das bevölkerungsstärkste Bundesland ist, bedeutete dies das Aus für alle Bundestags-Ambitionen. Und leider muss man wohl sagen: Es lag auch daran dass es in NRW eben nicht gelang, dem Wähler Personen zu präsentieren. Außerhalb der Partei blieb Alexander Dilger praktisch unbekannt. Hier muss sich der NRW-Vorstand schon fragen, woran es denn lag, und ein Rücktritt ist eigentlich folgerichtig.

Zusammengefasst: Es wäre zu begrüßen wenn Alexander Dilger auch nach dem Landesparteitag wieder den Vorstandsvorsitz übernimmt, aber die Außenwirkung muss sich verbessern.

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3 Gedanken zu „Alexander Dilgers Rücktritt

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