Willkommen

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Willkommen auf professorenpartei.de. „Professorenpartei“ – dieser Titel wurde der Partei Alternative für Deutschland (AfD) direkt nach ihrer Gründung Anfang 2013 angehängt. AfD-Oberprofessor Bernd Lucke rockte die TV-Talkshows, und am 22. September 2013 verfehlte die AfD nur knapp den Einzug in den Bundestag. Darauf begann jedoch das Ringen um eine Neuausrichtung, und im Juli 2015 kam es zur Spaltung: Bernd Lucke gründete seine eigene Splitterpartei (bis November 2016 ALFA, seitdem Liberal-Konservative Reformer LKR). Einige Professoren-Kollegen folgten ihm, andere blieben in der AfD oder traten überhaupt erst jetzt der AfD bei, noch andere gingen ganz woanders hin oder zogen sich ganz aus der Politik zurück.

Dieser Blog folgt der Entwicklung der AfD und diverser Abspaltungen. Und auch andere Themen kommen immer wieder mal vor. Neben den Blogbeiträgen gibt es auch ein paar Spezial-Seiten, insbesondere die bisherigen Wahlergebnisse der AfD, ihres Vorgängers Wahlalternative 2013, sowie ihrer Abspaltung ALFA bzw. LKR.

Beiträge in diesem Blog geben ausschließlich die persönliche Meinung der Verfasser wieder (d.h. es ist keine offizielle Seite der AfD oder LKR oder wovon auch immer). Aus beruflichen Gründen entstehen manchmal leider auch etwas längere Pausen ohne aktuelle Blogbeiträge.

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Sachsen: Alle AfD-Kandidaten

Dieser Artikel wurde an die aktuellen Verhältnisse nach dem Beschluss des Sächsischen Landesverassungsgerichts am 16. August 2019 angepasst.

Die definitive Entscheidung des sächsischen Landesverfassungsgerichts fiel am 16. August 2019: Die AfD darf zur Landtagswahl in Sachsen am 1. September 2019 mit 30 Listenkandidaten antreten.  Auf der Webseite www.wahlen.sachsen.de finden sich die Komplettlisten aller zugelassenen Direkt- und Listenkandidaten aller Parteien.

Mehr als 30 Sitze kann die AfD damit nur bekommen, wenn sie Direktmandate in den Wahlkreisen erhält, in denen ihr Kandidat NICHT auch auf der Landesliste steht. Natürlich sollen darüber hinaus auch möglichst viele der Listenkandidaten ihr Direktmandat gewinnen (29 von 30 kandidieren auch direkt) – schon wegen der symbolischen Bedeutung. Und ggf. hat es auch einen Einfluss auf den alles entscheidenden relativen Anteil der AfD-Sitze im Landtag: Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch diesmal die CDU wieder mehr Sitze direkt gewinnt, als ihr aufgrund des Zweitstimmenergebnisses zustehen würden. D.h. der Landtag wird aufgestockt. Der AfD stünden dann (falls sie selbst wenig Direktmandate gewinnt und somit die AfD-Liste voll zum Einsatz kommt) zwar theoretisch Ausgleichsmandate zu, sie könnte diese aber praktisch mangels Listenkandidaten eventuell nicht besetzen; ihr relativer Sitzanteil sinkt damit. Um es zusammenzufassen: Letztendlich wäre jeder Gewinn eines Direktmandats vorteilhaft für die AfD bzw. die jeweiligen Kandidaten, von entscheidender Bedeutung sind allerdings die Wahlkreise, in welchen die AfD-Direktkandidaten NICHT gleichzeitig auch auf der Landesliste stehen. Wähler, die der AfD maximal schaden wollen, müssen entsprechend in den meisten Wahlkreisen ihre Erststimme dem Kandidaten der CDU geben: außerhalb Leipzigs (wo zu den Kommunalwahlen 2019 die Linken knapp vor den Grünen zur stärksten Partei avancierten) und vielleicht Dresdens (hier gewannen die Grünen vor der CDU)  haben andere Parteien, außer eben die AfD, ohnehin kaum realistische Chancen auf den Gewinn eines Direktmandats. 2014 holte die CDU 59 von 60 Direktmandaten, nur in Leipzig 2 setzte sich die Kandidatin der Linken durch.

Das ist die Liste der AfD: Weiterlesen

Sachsen: AfD-Liste zur Landtagswahl drastisch gekürzt

Update: Aufgrund der Entscheidung des sächsischen Landesverfassungsgerichts am 16. August 2019 ist der Inhalt dieses Beitrags teils obsolet. Nun sind 30 Listenkandidaten zugelassen (statt zuvor 18). 30 Sitze entsprechen 25% der nominellen 120 Sitze des sächsischen Landtags.

Die Nachricht schlug am 5. Juli 2019 ein wie eine Bombe: Der sächsische Landeswahlausschuss erklärte die AfD-Liste zur Landtagswahl am 1. September 2019 zum Großteil für ungültig. Die AfD, welche sich anschickte, zum ersten Mal in ihrer Geschichte aus einer Landtagswahl als stärkste Partei hervorzugehen, darf nun nur noch mit 18 statt 61 Kandidaten antreten. Schock bei der AfD und ihren Anhängern, Häme bei den Gegnern: Die angeblich so neunmalkluge Partei bekommt es nicht einmal hin, eine rechtskonforme Landesliste einzureichen. So trivial ist es allerdings nicht: Das Debakel hat eben auch etwas damit zu tun, dass bei der AfD nicht einfach vorher abgesprochene Listenkandidaten durchgewunken werden (siehe dazu auch unten den historischen Exkurs zu Hamburg). Praktisch jeder Listenplatz ist umkämpft. Und dann dauert es halt etwas länger, ein Wochenende reicht nicht (so zum Beispiel auch bei der Aufstellung der Liste zur Europawahl). Zur AfD-Folklore gehört es allerdings auch, dass hoffnungslos unterlegene Kandidaten oder andere Wichtigtuer nach getaner Listenaufstellung häufig nichts besseres zu tun haben, als Beschwerde beim zuständigen Wahlausschuss wegen angeblicher Benachteiligung einzureichen – teils mit den hanebüchensten Begründungen. Ob derartige Beschwerden aus der AfD hier eine Rolle spielten, ist nicht bekannt.

Aber schauen wir uns doch mal die Details an: Was ist passiert, und was bedeutet das jetzt praktisch?

Was hatte der Landeswahlausschuss genau entschieden?

Die Medieninformation der Landeswahlleiterin vom 5.7.19 besagt: Weiterlesen

OBM-Wahl in Görlitz 2019

Das Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz sollten vor allem die AfD-Gegner gut studieren.Denn es ist fraglich, ob man hier wirklich von einer erfolgreichen Verhinderung eines AfD-Oberbürgermeisters reden kann. Oder ob nicht in Wahrheit der hysterische Anti-AfD-Aktionismus, vor allem von Nicht-Görlitzern, dieses AfD-Rekordergebnis erst ermöglicht hat. Schauen wir uns die Zahlen genauer an

  • Sebastian Wippel (AfD, seit 2014 für diese im Landtag): Erster Wahlgang am 26.5.19: 9.710 Stimmen (36,4%). Zweiter Wahlgang am 16.6.19: 11.390 Stimmen (44,8%). Zuwachs:1.680 (17,3% mehr Stimmen als im ersten Wahlgang). Weiterlesen

Nach Europa- und Bremen-Wahl: eine AfD-Bestandsaufnahme

Zur Europawahl und zur Landtagswahl in Bremen, beide am 26. Mai 2019, hatte die AfD erstmals Gelegenheit, bestehende Mandate zu verteidigen. Und gleichzeitig hatte sie bei beiden Wahlen ihre letzten Makel auszubügeln: Nirgends wurde die AfD so sehr durch Austritte gebeutelt wie eben im Europaparlament und in der Bremischen Bürgerschaft. Zudem scheiterte die AfD 2015 letztmalig in ihrer Geschichte an einer Sperrklausel – nur 4,9% in Bremerhaven, die dort errungenen AfD-Stimmen blieben damit unberücksichtigt bei der Bestimmung der Sitzverteilung in der Bremischen Bürgerschaft, und die AfD verfehlte den Einzug in Fraktionsstärke. Diesmal gelang es übrigens: IBremerhaven 9,1% (fast eine Verdoppelung ihres Anteils) und 1 Sitz, in der Stadt Bremen 5,8% (sehr knappe Steigerung um nur +0,2 Prozentpunkte im Vergleich zu 2015),  es blieb bei 4 Sitzen. Macht zusammen 5 Sitze und damit Fraktionsstärke. Der Konkurrent Bürger in Wut konnte sich in Bremerhaven ebenfalls von 6,5% auf 7,4% steigern und damit das Mandat von Jan Timke verteidigen (in der Stadt Bremen blieben die BIW wie auch bisher schon chancenlos). 

An dieser Stelle eine Bestandsaufnahme: Wie viele Mandate hat die Alternative für Deutschland durch Wahlen erhalten, und wie viele davon gingen durch Austritte oder Ausschlüsse verloren? Wenn man den 25.Mai 2019 (also den Tag vor der Europa- und Bremen-Wahl, und damit alle Mandate aus dem jeweiligen ersten erfolgreichen Antritt) als Stichtag nimmt, sieht es wie folgt aus: Weiterlesen

Europawahl 2019 in Deutschland: Ergebnisse

Unterschied (Prozentpunkte) der AfD-Wahlergebnisse sowie der Wahlbeteiligung zwischen Europawahl und vorhergehender Bundestagswahl. In den durch volle Symbole gekennzeichneten Bundesländern fanden gleichzeitig zur Europawahl auch Kommunalwahlen statt (bzw. Landtagswahlen in Bremen 2019. In Niedersachsen 2014 fanden Bürgermeisterwahlen statt, in Hamburg 2019 Bezirksratswahlen).

Zeit, um auf die detaillierten Ergebnisse der Europawahl vom 26.5.2019 in Deutschland zu schauen (Datenquelle: Bundeswahlleiter). Interessant ist zunächst die Wahlbeteiligung. Zur Europawahl 2014 (48,1%) fiel sie noch deutlich ab im Vergleich zur Bundestagswahl im Jahr zuvor (71,5%). Besonders in den Bundesländern, in welchen keine parallelen Kommunalwahlen stattfanden. Diesmal lag die Wahlbeteiligung bei 61,4%, also nicht mehr so weit weg von der Beteiligung an der Bundestagswahl 2017 (76,2%), Und auch die Unterschiede zwischen den Bundesländern fielen diesmal geringer aus, obwohl auch diesmal wieder in einigen Ländern Kommunal- oder sogar Landtagswahlen (Bremen) stattfanden, in anderen nicht. Interessant ist, die Unterschiede zwischen den Wahlbeteiligungen bei Europa- und Bundestagswahl mit den Unterschieden der AfD-Wahlergebnisse zu vergleichen: 2014 befand sich die AfD noch im Wachstum, die Ergebnisse zur Europawahl lagen damit deutlich über denen zum Wahldebüt bei der Bundestagswahl 2013 – und die Anteile wuchsen um so stärker, je stärker die Wahlbeteiligung abfiel. Was darauf hindeutet, dass die AfD damals besser als die anderen Parteien ihrer Anhänger überzeugen konnte, auch bei einer „unwichtigen „Wahl abzustimmen. Diesmal scheint eher kein deutlicher Zusammenhang zwischen Wahlbeteiligung und AfD-Ergebnis zu bestehen (auch, weil die Wahlbeteiligung nicht so stark streute wie 2014), es zeigen sich eher regionale Muster – dazu mehr weiter unten.

Kommen wir zur Ergebnisliste: Die Großen: Weiterlesen

Spanien hat gewählt

Am 28. April 2019 fanden in Spanien vorgezogene Parlamentswahlen statt. Das ist natürlich prinzipiell interessant, ein besonderer Blick lohnt sich jedoch auch auf die Ergebnisse in Katalonien. Wie steht es da um die Unabhängigkeitsbemühungen? Dazu mehr weiter unten.

Das Parlament (Cortes Generales) besteht aus zwei Kammern (und in beiden wurden alle direkt vom Volk wählbaren Abgeordneten neu gewählt):

  • Abgeordnetenhaus (Congreso de los Diputados). Die wichtigere Kammer: 350 Sitze werden nach dem Verhältiswahlrecht gewählt, wobei die Auszählung und Zuteilung auf Ebene der 50 spanischen Provinzebene erfolgt. Wie viele Sitze jede Provinz bekommt, ist im Vorhinein festgelegt: die meisten bekommen die Provinz Madrid (37) und die Provinz Barcelona (32), die wenigsten die keiner Provinz angehörenden nordafrikanischen Autonomen Städte Ceuta und Melilla (je 1 Abgeordneter, d.h. hier fallen alle Stimmen, welche nicht auf die stärkste Partei entfielen, unter den Tisch)
  • Senat (Senado): 265 Abgeordnete, davon 208 direkt gewählt. Jede Festlandprovinz wählt 4 Senatoren (und die Wähler haben 3 Stimmen). Die Inseln Gran Canaria, Mallorca und Teneriffa wählen je drei Senatoren (hier haben die Wähler zwei Stimmen), die Autonomen Städte Ceuta und Melilla je zwei (hier haben die Wähler ebenfalls zwei Stimmen) und die Inseln Ibiza (mit Formentera), Menorca, Fuerteventura, Gomera, Hierro, Lanzarote und La Palma je einen  Senator (und hier können die Wähler dann auch nur eine Stimme vergeben). Die übrigen 57 Senatoren werden durch die Parlamente der Autonomen Gemeinschaften bestimmt (wie viele jede Gemeinschaft bekommt, hängt von der Einwohnerzahl ab). .

Im Folgenden sollen die Ergebnisse der Wahlen zum Abgeordnetenhaus dargestellt werden. Weiterlesen